Heiligenhaus: Ehrentag eines Urgesteins

Heiligenhaus: Ehrentag eines Urgesteins

August Steinbrink, langjähriger Vorsitzender des Geschichtsvereins, feiert heute seinen 90. Geburtstag. Er ist eine führende Instanz, was viele Kapitel der Ortshistorie angeht.

August Steinbrink zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt. Heute feiert eines der letzten Heiligenhauser Urgesteine seinen 90. Geburtstag. In seinem Haus geben unzählige Bilder, Auszeichnungen, Plaketten und Bücher Zeugnis von einem reichen Leben innerhalb der niederbergischen Region und vom Werden und Wachsen seiner Heimatstadt.

Niemand charakterisiert die Mentalität der Niederberger so treffend wie er und niemand kennt so viele Geschichten über alte, längst verstorbene Heiligenhauser, über den Aufstieg und Niedergang der heimischen Industrie, der Kolonialwarenläden, die Kommunalpolitik und das Expandieren einer Gemeinde vom Dorf bis zur Verleihung der Stadtrechte 1949 und bis in die Gegenwart. August Steinbrink ist ein lebendes Geschichtsbuch. Wer sich mit ihm über Heiligenhaus im 20. Jahrhundert unterhält, wird reichlich belohnt.

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Unter "Jöngken ut Hasselbeck" (Heiligenhauser Ortschaft) publizierte er über Jahrzehnte viele Geschichten und Anekdoten. Als Steinbrink 1920 geboren wurde, waren die Folgen des Ersten Weltkrieges, Arbeitslosigkeit und Inflation Begleiter seiner Kindheit. "Eine karge, aber liebevoll im behüteten Familienverband mit einer Schwester". Früh zeichneten sich seine Interessen ab: Naturschutz, Heimatgeschichte und Imkerei. Diese drei Hobbys betrieb der gelernte Industriekaufmann nach dem Zweiten Weltkrieg so engagiert, dass er hierfür 1993 das Bundesverdienstkreuz und den Heiligenhauser Bürgertaler erhielt. 1985 wurden er und seine Frau Ingrid (seit 55 Jahren verheiratet, ein Sohn, zwei Enkelkinder) mit der französischen "Médaille d'Argent du encouragement au bien" ausgezeichnet für den Ausbau der partnerschaftlichen Beziehungen auf kirchlichem und privatem Gebiet.

Nach Entlassung aus dem Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft war Steinbrink 46 Jahre intensiv am Wiederaufbau der Schloss- und Beschlägeindustrie bei der Firma Steinbach & Vollmann tätig. Von 1945 bis 1947 organisierte er den CVJM neu. Nach der Pensionierung betrieb der Hobbyhistoriker 15 Jahre als Vorsitzender des Geschichtsvereins Heimatforschung, half den Verein von 90 auf 350 Mitglieder zu erweitern, pflegte mit dem Heimatdichter Hugo Weigel das Heljenser Platt (Publikationen) und arbeitete viele Jahrzehnte in der Redaktion des evangelischen Gemeindebriefes. Seit 62 Jahren betreibt Steinbrink mit großer Intensität die Imkerei und schrieb für zahlreiche Fachorgane. Neben Schwimmen und Reisen zählt das Schreiben zu seinen Lieblingsbeschäftigungen.

(RP)
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