Drei Ratinger wurden an einem Tag von Bundespräsident Steinmeier ausgezeichnet

Ratingen : Drei Orden für besondere Verdienste

So etwas gab es noch nie. Drei Ratinger wurden an einem Tag von Bundespräsident Steinmeier ausgezeichnet.

In Absprache mit den Geehrten fand eine gemeinsame Ordensverleihung im Sitzungssaal des ehemaligen Rathauses in Lintorf an Claudia Sproedt und die Eheleute Manfred und Monika Buer statt, die durch den Landrat Thomas Hendele und Bürgermeister Klaus Pesch vorgenommen wurde.

„Nach 20 Jahren Amtszeit hat man schon einiges erlebt, aber dass bei einer Ordensverleihung gleich drei verdiente Bürgerinnen und Bürger beteiligt sind, das habe ich persönlich noch nicht erlebt”, sagte Hendele und fügte gleich hinzu, dass diese Auszeichnung entgegen der verbreiteten Ansicht, dass sie jeder bekäme, falsch sei. „Solch eine Auszeichnung bekommt nicht jeder. Wir sind kein kleiner Kreis mit unseren über 500.000 Bürgerinnen und Bürger. Wir haben zwischen fünf bis zehn Ehrungen pro Jahr“, so der Landrat.

Die Ehrungen begannen mit der Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande an die Höselerin Claudia Sproedt für ihr Engagement im sozialen Bereich. Sie ist Mitarbeiterin des Gemeindebüros in der Evangelischen Kirchengemeinde Lintorf-Angermund und setzt sich jahrzehntelang ehrenamtlich für die an der Stoffwechselkrankheit Cystinose leidenden Menschen und ihre Familien ein. 1991 gründete sie zusammen mit vier anderen Familien den Verein “Cystinose Selbsthilfe e.V.“ und war dort lange Zeit Vorsitzende. Derzeit führt sie die Geschäftsstelle. Der auch im Ausland bekannte und anerkannte Verein kümmert sich um die medizinische Versorgung und die Weiterbildung aber auch um die Unterstützung im Hinblick auf die Krankheitsbewältigung und den Umgang mit der Krankheit. Sproedt ist auch maßgeblich an der Gründung des „Cystinose Referenzzentrums Traunstein“ durch die Patientenselbsthilfe in Kooperation mit der Kinderklinik Traunstein im Jahre 2010 beteiligt, die eine Anlaufstelle für eine interdisziplinäre Versorgung von Cystinosepatienten in Form einer besonderen Sprechstunde ist. Darüber hinaus ist die neue Ordensträgerin seit 2005 im Freundeskreis der Kantorei Lintorf aktiv und hat auch ein Buch herausgegeben, in dem Eltern chronisch kranker oder behinderter Kinder Ratschläge zur Unterstützung bekommen.

Die Eheleute Buer wurden für ihr langjähriges Engagements im kulturellen Bereich ausgezeichnet. Besondere Verdienste haben sie um die Bewahrung und Vermittlung der Heimatgeschichte des Angerlandes erworben. Dafür erhielt Manfred Buer aus der Hand des Landrates das Verdienstkreuz am Bande und seine Frau die Verdienstmedaille.

Manfred Buer war bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2005 Realschullehrer für Deutsch und Geschichte, Monika Buer Industriekauffrau. Sie ist Abkömmling einer alteingesessenen Lintorfer Familie. Nicht zuletzt deshalb hat sich bei den beiden ein reges Interesse an der eigenen Heimat- und Ortsgeschichte in ihrer Wohnsitzgemeinde entwickelt.

Besondere Verdienste haben sie um die Bewahrung und Vermittlung der Heimatgeschichte des Angerlandes erworben. Durch seine langjährige Tätigkeit als Schriftführer und Vorsitzender des „Vereins Lintorfer Heimatfreunde” sowie die redaktionelle Betreuung und Herausgabe der Angerländer Heimatblätter „Die Quecke” ist Buer maßgeblich daran beteiligt, dass in weiten Teilen der Bevölkerung das Interesse an der eigenen Heimatgeschichte geweckt und zugleich die alte Geschichte vor dem Vergessen bewahrt wird.

Unter seiner Leitung sind 39 Ausgaben der Quecke (für die er bisher 91 Beiträge geschrieben hat), sechs Sonderhefte und zwei heimatgeschichtliche Bücher entstanden. „Bei meinen Aufgaben wurde ich fleißig von meiner Frau unterstützt. Sie war mein Ratgeber und strengster Kritiker. Ohne ihre Hilfe wäre mein Wirken nicht möglich gewesen“, sagte Buer. Seine Frau war lange Jahre Beisitzerin im Heimatverein sowie Ansprechpartnerin des Vereins. Sie hatte auch die finanzielle Seite der „Quecke“ übernommen, sorgte für die Inserate, das Sponsoring und die Vermarktung.

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