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Ratingen: Drei Jahre planen für den Abi-Abend

Ratingen : Drei Jahre planen für den Abi-Abend

Schüler organisieren ihre Abiturbälle mit sehr viel Aufwand und müssen dabei einige Schwierigkeiten meistern.

Je näher ein Schüler dem Abitur kommt, desto wichtiger ist die Frage nach dem Abiball. Wann soll er stattfinden? In welcher Größenordnung? Und vor allem: Wo? Kai Schildwächter, Stufensprecher des G8-Abiturjahrgangs des Theodor-Fliedner-Gymnasiums aus Düsseldorf, sagte: "Wir haben bereits in der Jahrgangsstufe 10 mit der Planung angefangen, da wir trotz des doppelten Abiturjahrgangs in einer schönen Location feiern wollten." Zur Auswahl standen das Maritim Hotel am Düsseldorfer Flughafen, das Theater der Träume in Duisburg, die Walter-Rettinghausen-Halle in Angermund und das Ständehaus K21. Das Wahlergebnis war fast einstimmig — das Düsseldorfer Maritim Hotel sollte es sein.

Nun ging es darum, mit dem Maritim gemeinsam grundsätzliche Fragen zu klären. "Die Eventmanagerin Nicole Pfeiffer war unsere Ansprechpartnerin im Maritim", erzählte Caroline Zündorf, ebenfalls Stufensprecherin. Nachdem der Vertrag mit dem Maritim abgeschlossen war, galt es, gemeinsam als Stufe Geld zu verdienen. An dieser Stelle hatten dann auch die Eltern ihren Beitrag zu leisten. Jede Familie überwies einen bestimmten Betrag, wodurch ein großer Teil der Kosten gedeckt war. "Das restliche Geld haben wir Schüler alleine verdient. Durch Kuchenverkäufe in den Schulpausen und eine Stufenparty. Der größte Erfolg aber war unser selbst geschriebenes und inszeniertes Stufenmusical", sagt Zündorf.

Natürlich meldeten sich auch einige Stimmen, die das Maritim als zu aufwendig bewerteten. "Das Maritim ist zwar etwas teurer, bietet aber auch eine Grundausstattung, die den anderen Orten fehlt. In der Angermunder Halle oder im K21 hätte man sich um das Essen, die Getränke, die Technik und viele andere Dinge selber kümmern müssen. Letztendlich hätten sich die Kosten kaum unterschieden", so Schildwächter.

Ein anderer wichtiger Bestandteil waren die Abiball-Komitees, die sich die Organisation des Balls teilen sollten. "Das war einer der chaotischsten Aspekte. Die Komitees kamen zwar in der Stufe 10 zustande, aber als die eigentliche Planung in der Stufe 11 und 12 losging, war von ihnen nicht mehr viel übrig. Es waren nicht viele bereit, die Verantwortung zu übernehmen und sich zu kümmern. Im Nachhinein wäre es besser gewesen, die Komitees später zu wählen", sagt Caroline Zündorf weiter.

Auch mit besorgten Eltern hatten die Stufensprecher zu kämpfen, wie Kai Schildwächter berichtete: "Oft bekam ich E-Mails von Eltern, die mit der Planung nicht zufrieden waren oder es den Schülern nicht zutrauten, den Abiball allein zu organisieren."

Neben dem Ball mussten auch noch der Abschiedsgottesdienst, die Zeugnisvergabe und der Druck der Abizeitung vorbereitet werden. "Die letzten drei bis vier Wochen vor dem Abiball waren hart", sagten die Stufensprecher einstimmig.

"Perfekt kann so etwas gar nicht ablaufen. Wichtig ist, dass die Aufgaben aufgeteilt werden, damit nicht einer die ganze Arbeit machen muss. Und man sollte sehr früh mit der Planung beginnen."

Doch auch wenn hier und da einiges schiefging, war der Abiball ein voller Erfolg. Alle 630 Gäste waren zufrieden und die Abiturienten und Abiturientinnen feierten bis 4 Uhr morgens den bestandenen Abschluss. Eine unvergessliche Veranstaltung.

(RP)