Ratingen : Die Ratinger machen Frühjahrsputz

Im gesamten Stadtgebiet haben sich wieder viele Menschen am Dreck-weg-Tag beteiligt.

Zu viele Menschen gehen achtlos mit ihren Abfällen um. Verpackung oder sonstiger Müll landet achtlos neben den Abfalleimern, auf Wegen, in den Gebüschen und Sträuchern und sorgt für ein unschönes und nicht sehr ansprechendes Stadtbild. Darum ruft die Stadt Ratingen schon seit vielen Jahren zu einem Frühjahrsputz auf, dem mittlerweile traditionellen Dreck-weg-Tag. Dafür stellte sie allen Aktiven Abfallsäcke, Greifarme, Handschuhe und Kappen zur Verfügung und kümmerte sich um die fachgerechte Entsorgung der an den vereinbarten Plätzen abgestellten gefüllten Müllsäcke.

Die Viertklässler der Johann-Peter-Melchior-Grundschule haben schon am Freitag ihre Patenkinder aus der ersten Klasse zum Umweltschutz angeleitet und sind mit ihnen gemeinsam auf Drecksuche rund um die Schule und auf das Schulgelände gegangen und staunten, wie viele Dinge weggeworfen werden. „Die Gegenstände wurden von den Kindern eingehend betrachtet und kommentiert, bevor sie in den Müllsack wanderten. Neben dem üblichen Müll wie Papier, Verpackungen, leeren Flaschen fanden sie auch Hosen, Batterien und Schuhe“, erzählte Schulleiterin Marlene Stuckart.

Sechs Klassen der Käthe-Kollwitz- Realschule waren ebenfalls schon am Freitag unterwegs und säuberten die Gegend rund um ihre Standorte in Lintorf und West. Die Schüler waren entsetzt und überrascht, wie viel Müll herumlag und vor allem, was alles gefunden wurde. „Wir mussten zwischendurch sogar eine Fuhre mit dem Auto abholen, sonst hätten wir nicht alles zum Sammelpunkt an der Schule transportiert bekommen“, berichtete Lehrer Frank Lemke und zählte einige Fundstücke auf: einen Campingstuhl, Farbeimer, einen Autoreifen, eine Bowlingkugel, funktionsfähige kleine Audio Boxen und einen Laptop.

Am Samstag machte sich in Lintorf unter anderem die Pétanque-Union Ratingen-Lintorf e.V. rund um den Beeker Hof an die Arbeit. Neben dem „klassischen Müll“ wurden Schirme, Anziehsachen und ein alter Grill eingesammelt und an der vereinbarten Abholstelle vor der Scheune deponiert.

Über zwei interessante Fundstücke wusste Fritz Lüdecke zu berichten. Er hatte im Dickelsbach einen dicken Bürostuhl und ein Fahrrad gesichtet und gemeldet.

Der Ortsverband der CDU sammelte auf der Speestraße Müll ein. „Spätestens nach den Karnevalstagen wird von den Bemühungen der Müllsammler wohl leider nicht mehr viel zu sehen sein. Allerdings geht es nicht nur um das Einsammeln an sich. Man kommt mit Passanten ins Gespräch und kann sie für das Thema Umweltverschmutzung, Naturschutz und auch Verpackungsmüll sensibilisieren“, meinte der Vorsitzende des Ortsverbandes, Oliver Thrun.

Aber warum engagieren sich die Bürger beim Dreck-weg-Tag eigentlich und räumen den Müll anderer weg? Ahmed Mahmood von der Ahmadiyya Muslim Community Ratingen räumt schon seit vielen Jahren beim Frühjahrsputz mit weiteren Mitgliedern der Gemeinschaft die Gegend rund um den Konrad-Adenauer-Platz auf.

„In der Stadt, in der wir leben, soll es sauber sein. Und wir möchten auch unsere Kinder dazu animieren, sie sauber zu halten“, erklärte er und zeigte dabei auf seinen Sohn, den er an diesem Tag ebenfalls mitgebracht hatte.

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