Wichtiger Kurs in Lintorf : Nachbarschaftshilfe ist gefragter denn je

Am Wochenende hatten die Awo Angerland und der Aktivtreff 60plus der evangelischen Kirche Lintorf zu einem Kurs für Nachbarschaftshilfe eingeladen. Es gab viele interessante Informationen rund um den Dienst am Menschen.

Nachbarschaftshilfe ist eine freiwillige Unterstützung von Personen aus dem räumlichen und sozialen Umfeld. Die Nachbarschaftshelfer können Menschen mit Hilfe- und Unterstützungsbedarf in ihren Tätigkeiten begleiten und stärken. Viele pflegebedürftige Menschen erhalten bereits derartige Unterstützung, die aber bisher nicht mit den Pflegekassen abgerechnet werden konnten. In NRW wurde eine Möglichkeit geschaffen, dass diese Hilfen doch abgerechnet werden können, wenn die übernommenen Aufgaben nicht erwerbsmäßig durchgeführt werden und ein entsprechender Kurs nach §45 SGB XI absolviert wurde. Für alle Pflegegrade gibt es einen Entlastungsbetrag, der für die Inanspruchnahme der Nachbarschaftshilfe verwendet werden kann. Der pflegebedürftige Versicherte muss allerdings zunächst in Vorleistung gehen.

„In den gegenwärtigen Zeiten haben wir gesehen, dass die Menschen enger zusammenrücken und die Nachbarschaftshilfe gefragter denn je ist. Und auch nach Corona benötigen gerade ältere Menschen weiterhin Hilfe. Wir haben daher diesen Kurs initiiert, um Angehörige, Nachbarn oder Bekannte in ihrem Vorhaben zu unterstützen und zu stärken, diese Hilfestellungen zu leisten“, sagte Sabine Kempken von der Awo.

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„Wir haben gesehen, dass der Informationsbedarf da ist, denn der Kurs war innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. Wir haben daher für September noch einmal diese Veranstaltung anberaumt und auch dafür sind bereits alle Plätze ausgebucht“, ergänzte Bettina Borsch vom Aktivtreff. Zur Unterstützung haben sich die beiden Kooperationspartner Referenten von der Theodor Fliedner-Stiftung mit an Bord genommen.

Die Kursteilnehmer aus Ratingen, Heiligenhaus und Wülfrath trafen sich im Pfarrgarten der evangelischen Kirche am Konrad-Adenauer-Platz. Das eineinhalbtägige Seminar begann mit einem kleinen verkürzten Erste-Hilfe-Kurs. Referent Felix Kauffeisen von der Theodor Fliedner-Stiftung zeigte den Teilnehmern, wie sie gerade bei älteren Leuten vorkommende Problemen wie beispielsweise Schlaganfall oder Herzinfarkt erkennen und daraufhin zielsicher handeln und helfen können. Vereinzelte Reanimationsübungen konnten durchgeführt werden, da Referenten und fast alle Kursteilnehmer vollständig durchgeimpft waren.

Anschließend gab es wichtige Informationen zum Umgang und zur Kommunikation mit Menschen mit Beeinträchtigungen. Gina Kuypers von der der Fliedner-Stiftung angegliederten Ratinger Demenzinitiative gab allgemeine Verhaltenstipps, wie auf die Bedürfnisse der Menschen eingegangen werden kann.

Denn eine gute Kommunikation kann schwere Situationen beeinflussen und sogar verhindern. Der richtige Einsatz von Hilfsmitteln wie beispielsweise Hörgerät oder Brille sind dabei wichtig.

Neben den rechtlichen Aspekten, Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen wurden auch Unterstützung und Handhabung im Alltag, zum Beispiel das Aufstehen von der Bettkante, einem Stuhl oder dem Boden sowie das Fahren mit Rollstuhl und Rollator, thematisiert.

„Es war eine interessante und informative Veranstaltung. Ich habe daran teilgenommen, weil ich denke, dass wir gewisse Aufgaben in der Gesellschaft übernehmen müssen, weil die Pflegekasse und wer auch immer das nicht leisten kann“, fasste eine der Teilnehmerinnen zum Abschluss zusammen.