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Ratingen: Die Polizei zieht noch in diesem Jahr um

Ratingen : Die Polizei zieht noch in diesem Jahr um

Am 1. November ist die offizielle Übergabe des neuen Gebäudes. Die Wache wird komplett behindertengerecht.

Die Gitter vor den drei Gewahrsamszellen sind schon angebracht, das karge Mobiliar lässt noch auf sich warten: Nach dem Richtfest im Frühjahr geht es aber mit dem Bau der neuen Polizeihauptwache in Ost mit Riesenschritten voran. Besonders der milde Winter hat dafür gesorgt, dass es keine Verzögerungen gab.

Am 1. November, so Polizeichef Elmar Hörster, ist der offizielle Übergabetermin. Wann genau die Polizei aber von der Düsseldorfer Straße umziehen wird, hänge unter anderem auch davon ab, wann die neuen Möbel geliefert werden. Man rechne jedoch mit einem Umzug noch in diesem Jahr. Im Rahmen ihrer Sommertour besuchte gestern die Ratinger SPD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese die Baustelle. Roland Adena und seine Frau Eva führten als Bauherren durchs Gebäude.

Zuletzt war die Wache in Sachen Behindertentauglichkeit im Gespräch: SPD-Fraktionschef Christian Wiglow hatte mehrfach nachgefragt. Das Thema ist vom Tisch: Vor etwa vier Wochen sei vom Innenministerium die Anweisung gekommen, das komplette Gebäude und nicht, wie in der Ausschreibung vorgesehen, nur das Erdgeschoss, behindertengerecht zu gestalten so Adena. Er freute sich, dass er bereits ohnehin einen Aufzug vorgesehen hatte: Der könne nun problemlos aufgerüstet werden, so dass er auch schwerbehindertentauglich sei.

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Denn der Mietvertrag mit der Behörde laufe zwar 20 Jahre, doch denke er in die Zukunft. Er wolle das Gebäude auch für andere Zwecke tauglich gestalten. Daran wollen Hörster, der ohnehin nur noch ein paar Jahre Dienst vor sich hat, und seine Truppe noch gar nicht denken. Sie freuen sich auf den Auszug aus dem 34 Jahre alten Gebäude am Düsseldorfer Platz: Auch das sei damals ein Neubau gewesen, habe es aber nun hinter sich und sei den Mitarbeitern nicht mehr zumutbar.

Das neue Domizil an der Josef-Schappe-Straße wird hell und modern gestaltet. Ein Eingang ist dem Zugang zum Gewahrsam vorbehalten: Er ist außen eingezäunt und soll Schutz bieten gegen neugierige Blicke, wenn beispielsweise alkoholisierte oder aggressive Personen eingeliefert werden. In einer Sicherheitsschleuse legen die Beamten zunächst ihre Waffen ab, damit sich im möglichen Gerangel niemand der Waffen bemächtigen kann. Von den drei Zellen gibt es eine reine Beobachtungszelle mit Liege und Fixiermöglichkeiten am Boden sowie Toilette, die ebenfalls im Boden eingelassen ist.

Die beiden anderen Zellen sind ebenfalls spartanisch eingerichtet. Betonklötze nehmen die zwei Meter langen Pritschen auf. Duschen sind ebenfalls vorhanden, auf dem Gang direkt gegenüber. Es gibt einen eigenen Raum für die Entnahme von Blutproben sowie zur erkennungsdienstlichen Behandlung. Auch der reguläre Eingangsbereich besteht aus einer Sicherheitsschleuse mit einer öffentlichen, behindertengerechten Toilette sowie dem Zugang zum Wachraum.

Dort können Bürger an einer Art Theke ihre Anliegen vortragen. Nur in den Zellen gibt Fußbodenheizung, ansonsten ist alles "öko" mit begrüntem Dach und Heizung aus der Außenluft. Darauf ist Bauherr Adena besonders stolz. Immerhin sei man nur ein Familienbetrieb und dies das erste Bauprojekt.

(RP)