Heiligenhaus: Die Musikschule plant ihr Jubiläumsjahr

Heiligenhaus: Die Musikschule plant ihr Jubiläumsjahr

Gefeiert werden 50 Jahre Freude am Musizieren.

Der 1. Oktober 1969 war ein Mittwoch. Und der Tag, an dem die städtische Musikschule Heiligenhaus aus der Taufe gehoben wurde. Als Gründervater gilt der Zahnarzt und leidenschaftliche Multi-Instrumentalist Dr. Walter Kaiser, ohne den es die Musikschule in der heute bekannten Form vielleicht nie gegeben hätte.

Denn von ihm gab es bereits in den neun Jahren vor der offiziellen Gründung die ersten Unterrichtsstunden an einem der grundlegendsten Musikinstrumente, der Flöte. Es folgten Musikunterricht an der Mundharmonika, der Violine und ein offener Singkreis, sowie die Gründung erster Ensembles, zu denen eine Kammermusikgruppe und ein Orff-Spielkreis gehörten. „Als 1968 unter meiner Führung bereits sieben nebenamtliche Lehrkräfte 290 Schüler unterrichteten, handelte die Stadt und integrierte eine Musikschule in das städtische Bildungswesen“, erinnerte sich Kaiser schon zum 40. Jubiläum. Hilmar Krause, Studienrat am Kant-Gymnasium, funktionierte nach der Gründung zehn Jahre als nebenamtlicher Leiter, bevor er 1979 die hautamtliche Leitung übernahm, denn die Angebote der Musikschule waren gefragt: von 301 Schülern im Jahr 1970 wuchs die Zahl der Musikschüler in neun Jahren auf über 900.

Im gleichen Jahr formierte sich aus dem Elternbeirat der bis heute stark engagierte Förderverein, um die Belange der Schule unabhängig von den Verpflichtungen des Schulträgers ideell und materiell zu unterstützen. Er unterstützt die Musikschule beispielsweise in der Anschaffung neuer Instrumente, aufwändiger Reparaturen und Überholungen und springt auch bei der Finanzierung von Orchestertouren und Lehrerfortbildungen ein Der Unterricht selbst fand noch bis Mitte der 70er Jahre in Schulgebäuden an der Schulstraße, der Berufs- und Realschule an der Hülsbeckerstraße, sowie dem ebenfalls frisch gegründeten Immanuel-Kant-Gymnasium statt. Im September 1975 erfolgte dann um steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden der Einzug in die Villa Küpper In der Blume. Geprägt war die Musikschule von der klassischen Musik und Konstanz. Ein Gedanken, den auch Hildegard Barth von 2000 bis 2004 als Schulleiterin fortsetzte. Sie war bereits seit 1971 stellvertretende Schulleiterin und hauptamtliche Lehrkraft für Klavier.

Anschließend folgte mit Claudia Krauße (ging 2018 in den Ruhestand), Andreas Dietrich und Christopher Thomas ein Dreiergespann an der Spitze. Und der Umzug in das komplett renovierte und restaurierte Jugendstilhaus der ehemaligen VHS am Südring. . Besonders deutlich, zeigte sich das Engagement des Fördervereins 2002/2003 im „Arbeitskreis Musikschule“, wie sich Hildegard Barth erinnert: „Hierbei gelang es nicht nur, den Fachbereich Gitarre zu erhalten, sondern letztendlich auch den Fortbestand der Musikschule zu sichern.“

Auf Konzerten, Stadtfesten und nicht zuletzt erfolgreich bei „Jugend musiziert“ präsentieren sich die Musiker und zahlreiche Ensembles im Stadtbild – trotz Spardruck durch die Stadtverwaltung und durch hohen Schulaufwand immer weniger Zeit junger Menschen. Der Musikschulgründer Dr. Walter Kaiser, der 2013 verstarb, war der Musikschule lebenslang verbunden, nicht nur als Flötenlehrer, sondern später auch am Dudelsack.

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