Die Johanniter Ratingen erinnern an ihren ersten Krankentransportwagen.

Ehrenamt: Rettung mit dem Clinomobil

Die Johanniter in Ratingen erinnern an ihren ersten Krankentransportwagen.

(JoPr) Bei einem medizinischen Notfall ruft man heute die 112 und es kommt ein Rettungswagen, in dem man unter bestmöglicher Erstversorgung ins Krankenhaus gebracht wird. Vor 50 Jahren war das noch längst nicht so: Damals gab es reine Krankentransportwagen. Die Johanniter in Ratingen erinnern an ihren ersten KTW, ein VW-Spezialbulli namens Clinomobil. Mit dem schrieb man damals im Umkreis Rettungsdienst-Geschichte.

Die Maxime war, den Patienten so schnell wie möglich ins Krankenhaus zu bringen, so die Johanniter. Bestimmte Fahrzeuge beziehungsweise eine bestimmte Fahrzeugausstattung waren nicht vorgeschrieben.

So waren eher flache und kleine Krankenwagen in Betrieb, die auf den Transport ausgerichtet waren. Erst in den 1970er Jahren setzte sich der Gedanke durch, den Patienten so schonend wie möglich ins Krankenhaus zu bringen. Das bedeutete, dass man den Patienten auch während der Fahrt gut versorgte und betreute, wozu andere Fahrzeuge nötig waren.

Die Johanniter in Ratingen hatten diese Idee jedoch schon 1968. Und so schaffte der Ratinger Ortsverband vor allem aus Spendenmitteln einen VW Clinomobil-Rettungswagen für damals 33.000 D-Mark an. Dieser war groß genug, so dass man den Patienten von mehreren Seiten versorgen konnte. Auch die dafür nötige Ausstattung war vorhanden.

Mit einem solchen für damalige Verhältnisse modernen Fahrzeug waren die Johanniter in Ratingen Vorreiter: Einige Jahre lang waren sie damit als einzige unterwegs. Und der Rettungswagen der Johanniter war gefragt: Selbst bei der offiziellen Vorstellung des neuen Fahrzeugs mussten die geladenen Gäste warten, da der Wagen zunächst im Einsatz war.

Bei den Johannitern Ratingen gibt es noch einen Handzettel aus dem Jahr 1969 mit einer Abbildung des Rettungswagens und Dienstzeiten sowie Kontaktdaten. Er war wochentags zwischen 18 und 22 Uhr und an Wochenenden und an Feiertagen sogar den ganzen Tag von 9 bis 22 Uhr im Einsatz. Er hörte funktechnisch auf den namen „ Akkon Ratingen“. Und als Zusatzangebot gab es für Patienten: „Krankentransporte auch nach auswärts nach vorheriger Absprache auch zu anderen Zeiten.“

Heute ist der Rettungsdienst völlig anders organisiert als vor 50 Jahren. Einsätze nur zu bestimmten Zeiten kann sich heute niemand mehr vorstellen. Was jedoch geblieben ist: Noch immer sind die Johanniter in diesem Bereich sehr aktiv: Sie sind auf den Wachen in Ratingen und in Lintorf in den Rettungsdienst der Stadt Ratingen eingebunden und werden im kommenden Jahr ihren Dienst in der Rettungswache in Lintorf sogar noch erweitern.

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