Die Erlebniswelt am Blauen See in Ratingen

Wie sieht es aus in der Erlebniswelt am Blauen See in Ratingen? Die RP war vor Ort.: Alle lieben die Erlebniswelt

Noch steht die Zukunft vom Blauen See in den Sternen - die Stadt möchte auf dem Areal ein Umweltbildungszentrum schaffen, die Betreiber der Erlebniswelt kämpfen dagegen um deren Erhalt.

 Noch ist ruhig auf der Anlage der Erlebniswelt, es hat geregnet, aber langsam bahnt sich die Sonne einen Weg durch die schweren Wolken. Louis und seine beiden Brüder sind extra aus Solingen gekommen, sie wollten unbedingt noch ein letztes Mal in den Sommerferien dort Quad fahren, vor allem die Strecke durch das angrenzende Waldstück finden sie aufregend.

„Seit wir das erste Mal hier waren, will ich immer wieder hier hin“, erzählt Joel, Bruder Samuel trocknet derzeit mit einem Tuch den Quadsitz ab, nickt zustimmend. „Ich finde die Leute hier so nett, die machen das mit soviel Begeisterung, da merkt man auch richtig, dass sie Kinder richtig gerne haben und sich überlegen, wie sie uns eine Freude machen können.“

Im Freizeitpark am Blauen See können
Im Freizeitpark am Blauen See können Kinder auch mit dem Quad herumdüsen. Viele Attraktionen sind aber in die Jahre gekommen. Foto: Blazy, Achim (abz)

 Die „Leute“, Pächter Alexander Heinz und Lebensgefährtin Heike,  hängen sehr an dem, was sie dort  in den vergangenen acht Jahren geschaffen haben, für sie ist es die Erfüllung eines Lebenstraums, wenn auch immer mit angezogener Handbremse. „Wir haben ja immer nur Zwei-Jahres-Verträge bekommen. Das bedeutet, dass man sich die richtig großen Investitionen dreimal überlegt“, erklärt Heike bei einem Rundgang über das Spieleareal, „aber wir haben trotz allem saniert und erneuert, soweit es uns möglich war.“

Purer Spaß, reine Action: Kinder beim
Purer Spaß, reine Action: Kinder beim Kistenstapeln. Foto: Blazy, Achim (abz)

Sie öffnet die Tür zum Toilettenbereich der Erlebniswelt, ein helles, modern gekacheltes Gebäude mit großem sauberen Wickeltisch und zwei behindertengerechten, riesigen Toiletten, es riecht frisch. „Das zum Beispiel haben wir alles in Eigenleistung mit einigen helfenden Händen geschaffen“, erinnert sich Heike, zeigt dann auf die neu gestaltete Beach-Lounge im Außenbereich. „Das war ein Wunsch vieler Besucher, so haben wir in diesem Sommer mal eben Tonnenweise Sand angekarrt, diese typischen Sitzmöglichkeiten, Hängematte, die Leute haben sich total darüber gefreut.“

  • Ratingen : Am Blauen See geht noch die Post ab

Auf der Quadbahn rasen jetzt die drei Jungen über die Piste, im vorderen Eventbereich stehen Bobbycars, Dreiräder, Hüpftiere in allen Farben und Größen, einige sind in die Jahre gekommen, so wie auch die beliebten „Kiddie Rides“, diese Kleinkindgeräte: Flugzeuge, Giraffe, Esel, die sich meistens für einen Euro einige Minuten in Bewegung setzen. Das Polizeimotorrad lieben die Kleinen ganz besonders. „Alexander hat blinkende LEDs eingesetzt, die Sirenen heulen, gut, einige Schrauben sind etwas angerostet, aber es wird sehr regelmäßig gewartet und es gibt keinerlei Sicherheitsgefahren“, sagt die Pächterin und begrüßt die elfjährige Lina, eine „Stammkundin“.

„So wie hier kann man nirgends spielen“, schwärmt die junge Ratingerin, „das dürfen die uns nicht wegnehmen.“ Heike wirft einen Blick Richtung See. Ein verlassenes, heruntergekommenes Gebäude springt ins Auge. „Das war mal der Imbiss, der gehörte einem anderen Pächter und ist schon lange nicht mehr besetzt, und das Waldcafé dort vorne - sie zeigt auf das lange flache Gebäude mit wunderschöner Außenterrasse zum See - ist zwar verpachtet, aber willkürlich mal geöffnet, mal geschlossen, das macht alles keinen ordentlichen und gepflegten Eindruck, die Besucher müssen sich doch zumindest auf die Öffnungszeiten verlassen können.“

Und am Eingangsbereich zum See steht zwar „Bootverleih geöffnet“, der Zugang aber ist versperrt, weit und breit ist niemand zu sehen. „Man könnte so viel hieraus machen, wenn alle Pächter mit viel Leidenschaft an einem Strang ziehen würden.“