Heiligenhaus: "Die Brücke ist fit"

Heiligenhaus: "Die Brücke ist fit"

30 Tonnen wiegt die Stahlkonstruktion über der Parkstraße. Zweieinhalb Monate dauerten die Sanierungsarbeiten. Seit gestern ist sie – technisch und optisch aufgefrischt – am angestammten Platz.

Vor Tau und Tag war das 30 Tonnen schwere Stahlmonstrum Mitte Juni per Spezialtransport aus der Stadt nach Lingen geschafft worden. Ebenso frühmorgens war die alte Brücke über die Parkstraße – 17 Meter lang, fünf Meter breit – gestern wieder in der alten Heimat angelangt. Was dann kam, war eine halbe Stunde Präzisionsarbeit – seither hat die Parkstraße wieder einen Blickfang mehr. Die Einpassarbeiten der Duisburger Kranfírma in Zusammenarbeit mit den Fachleuten der Sanierungsfirma Hochschröer verfolgten gestern zahlreiche Schaulustige, ebenso wie die führenden Baufachleute der Stadt und Bürgermeister Dr. Jan Heinisch.

Tiefbauchef Michael Krahl hatte zu Dokumentationszwecken ein zwölf Monate altes Foto dabei. Es zeigte ein vom Rostfraß bedrohtes Stahlungetüm. Davon ist nun keine Rede mehr. Die Brücke über die Parkstraße ist die einzige Stahlkonstruktion unter den 13 Brücken im Stadtgebiet. Mattgrau und dunkelrot sind die neuen Farben.

Krahl war aber nicht nur hocherfreut wegen der ansprechenden neuen Optik: "Die Brückensanierung kostete insgesamt 140 000 Euro – 20 000 weniger als ursprünglich eingeplant." Und das, obwohl sich dafür eigens ein Schwertransport nach Lingen hatte in Bewegung setzen müssen.

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"Die Brücke ist fit, und für die kommenden zehn Jahre gilt eine Veränderungssperre", ergänzte der Tiefbaufachmann. Das heißt: Erst dann, wenn dereinst die Pläne für eine "Circle-Line" auf Schienen wieder aufgegriffen werden sollten, könnte sich der Verwendungszweck ändern.

Die Verwaltung nutzte den Techniktermin gestern auch, um für den derzeitigen Nutzen der aufwendigen Straßenquerung nahe dem Waldhotel zu werben. Krahl: "Hier entsteht ein regional bedeutsamer Radweg. Auf dem schon fertiggestellten Teil des der Trasse herrscht täglich Betrieb." Sein Fazit: "Es läuft im Moment sehr rund beim Radwegbau." Das erlaubte auch die Prognose für die Fertigstellung des gesamten Projekts: Mit Beginn der Radfahrsaison im kommenden Jahr soll der Weg die Radler von Kettwig nach Wülfrath führen – äußerst steigungsarm auf der alten Bahntrasse. Nur eine Unwägbarkeit gibt es noch, die Krahl nicht vergaß. "Wenn uns mal bloß der Winter keinen Strich durch die Rechnung macht." Aber das müsse man eben immer einkalkulieren.

(RP)