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Die Apfel-Experten vom Sackerhof in Ratingen

Plantage in Tiefenbroich : Die Apfel-Experten vom Sackerhof

Der Ratinger Sackerhof, seit Jahrzehnten Lieferant für mannigfaltige Produkte und strikt auf dem Weg zum Obsthof, bietet inzwischen 14 Apfelsorten an. Es gibt mit Blick auf die Sorten einiges zu beachten.

Geschichten über Äpfel, Lieder und Sinnsprüche gibt es reichlich. Auch, wenn der mit dem  „würde ich noch ein Apfelbäumchen pflanzen“ keinesfalls von Martin Luther stammt.

Äpfel sind mit das Leckerste, was an Bäumen heranreift. Sie sind einfach zu lagern, vielfältig zuzubereiten, ohne Hilfsmittel zu verzehren. Man kann sie zu Saft machen, zu Trockenobst, zu Tee. Und sie wachsen im privaten Garten sowie auf Plantagen.

Der Ratinger Sackerhof, seit Jahrzehnten Lieferant für mannigfaltige Produkte und strikt auf dem Weg zum Obsthof, bietet inzwischen 14 Apfelsorten an. Bis auf drei Sorten sind sie bereits eingefahren, eingelagert, auch schon verzehrt. Noch kann man auch selber zum Pflücken kommen, was bei der überschaubaren Höhe der Bäume und einem reduzierten Preis nicht ohne ist.

Nun funktioniert die Apfelernte bei Jan Zimmermann und seiner Familie nicht wie bei Frau Holle. Dort riefen die Äpfel „Pflücke uns, wir sind reif“. Und Pechmarie, die faule Maid, schüttelte die Äpfel vom Baum und schichtete sie auf einen Haufen. Die zum Beispiel könnte man heute nicht mehr zum Essen verkaufen. Und sprechende Äpfel gibt es schon gar nicht.

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Der Obstbauer geht allerdings auch nicht mit superschlauem Blick durch die Baumreihen und verlässt sich allein auf das hübsche Aussehen der Früchte, sondern hat sehr wohl gescheite Messmethoden, die den rechten Zeitpunkt mitteilen. Denn nur dann stimmt das Miteinander von Süße und Säure, Festigkeit, Aussehen und Aroma.

Da wird mit Hilfe der Lugolschen Jodlösung der Stärke-Abbau im Apfel kontrolliert, da gibt es ein Messgerät, das die Festigkeit des Apfels misst. Mit einem so genannten Refraktometer kann der Zuckergehalt eines Apfels genau bestimmt werden.

Und hinsehen muss man natürlich auch noch. Für den Hausgebrauch hilft der Blick auf die Apfelkerne, die braun sein sollten und für denjenigen, der Äpfel pflückt, das rechte Gefühl, wenn man die Frucht vom Baum löst. Das nämlich sollte bei leichtem Drehen ohne großen Kraftaufwand funktionieren – andernfalls schüttelt man eine ganze Reihe anderer Äpfel auf den Boden, die einfach schon reifer sind.

Und diese Sorten hängen zur Zeit in Tiefenbroich noch an den Bäumen: Der grün-rote Wellant-Apfel schmeckt intensiv süß-säuerlich, das Fruchtfleisch ist fest und knackig. Obwohl der Apfel wie eine „alte“ Apfelsorte aussieht, wird er erst seit 1987 gezüchtet. Er ist wegen seiner Beschaffenheit Allergiker-freundlich und war 2008 Apfel des Jahres.

Der Braeburn hält den Vitamin C-Rekord unter den Äpfeln. Die rötliche Schale ist glatt und leicht glänzend. Das feste, helle Fruchtfleisch schmeckt süß-säuerlich und ist sehr saftig. Ideal für Obstsalat, Kuchen, Kompott oder Saft.

Der Boskoop zählt zu den wenigen noch weit verbreiteten alten Sorten. Die Schale der großen Früchte ist matt und teils mit feinem Rost überzogen. Er hat einen frischen, herb säuerlichen Geschmack – ideal für Kuchen und Saft.