Ratingen: Die Alleskönner

Ratingen : Die Alleskönner

Die 17 Mitarbeiter im Bürgerbüro müssen in jeder Hinsicht flexibel sein: Arbeitszeiten und Anforderungen wechseln ständig. Der Servicegedanke steht im Vordergrund.

„Hier ist immer etwas los, langweilig wird es nie“, beschreibt Ulrich Kunde, Leiter des Bürgerbüros, die Vorteile seines Jobs. Und das sehen scheinbar auch seine 17 Mitarbeiter so, die sich an sechs Tagen in einer Art Schichtbetrieb um die Anliegen der kleinen und großen Dumeklemmer kümmern. Da ist Kunde sich sicher: „Trotz der ungünstigen Arbeitszeiten im Vergleich zum Rest der Verwaltung haben wir eine sehr niedrige Fluktuation unter den Mitarbeitern. Das spricht für sich.“ Eine dieser Mitarbeiterinnen ist Silke Springmann. Und die hat den Schlüssel zu einem Raum in der Hand, den der „normale“ Bürger in der Regel nie zu Gesicht bekommt: Das Lager des Fundbüros, für das auch die Mitarbeiter des Bürgerbüros verantwortlich sind. Wenn sich die Tür öffnet, offenbart sich eine kleine Schatzkammer. Unzählige Fahrräder, zum Teil hochwertige Stücke, stehen ordentlich aufgereiht nebeneinander und warten auf die nächste Versteigerung.

Aber es gibt auch skurrile Stücke. Das zurzeit besonderste Stück der Sammlung ist ordentlich in einer Plastiktüte verpackt und beschriftet: Reste eines Gebisses. „Unglaublich, aber wahr, das hat bisher noch keiner vermisst“, schütteln Kunde und seine Kollegin den Kopf. Auch nicht schlecht: ein Sack voll mit Gesichtsmasken für Wiederbelebungspuppen. Die üblichen Sachen wie Schlüssel, Papiere oder Notizbücher finden sich natürlich ebenso in dem zugestellten Raum. Genauso im Angebot ist ein volles Briefmarkenalbum.

Für die Mitarbeiter im Bürgerbüro gilt besonders ein Grundsatz: Sie müssen Alleskönner in Sachen Verwaltungswesen sein. Den für den Normalverbraucher kaum zu überblickenden Berg an Formularen müssen sie ohne großes Zögern bearbeiten können. Schließlich soll dem Bürger hier geholfen werden: „Der Servicegedanke steht bei uns im Vordergrund. Wir erbringen eine Dienstleistung für den Bürger. Er ist Kunde bei uns. Und ich bin froh, dass das alle hier im Team genauso sehen und danach arbeiten“, freut sich Ulrich Kunde.

(RP)
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