Die Aktion „Riegel Vor!“ soll Einbrüche erschweren

Ratingen: Polizei gibt Tipps zum Einbruchschutz

In der dunklen Jahreszeit kommen ungebetene Gäste besonders gern. Die Aktion „Riegel vor!“ soll das verhindern.

Es ist fies kalt an diesem Vormittag in der Ratinger Innenstadt. Besorgte Bürger lassen sich davon nicht abschrecken: Zwei Kommissare und drei „Asse“ (Seniorenberater) haben gut zu tun, um all die Fragen zu beantworten, die sie ihnen stellen.

Heinz van Eekern interessiert sich aktuell für die neueste Verriegelungstechnik für Fenster und Türen. „Ich wohne im zweiten Stock mit Balkon. Die Wohnungstür ist mit einem Sicherheitsschloss und einem großen Riegel versehen, die fünf Balkontüren wurden von einem Fachbetrieb mit Pilzkopfriegeln und einbruchhemmendem Glas gesichert.“

Er habe alles richtig gemacht. „Mehr können sie nicht tun“, versichert ihm Hauptkommissar Udo Wilke. Van Eekern ist noch nicht zufrieden, vergleicht die Sicherungssysteme in den Broschüren der Polizei mit seinen eigenen. Woher diese Angst? „Ich will nicht, dass Fremde durch die Wohnung laufen und dort herumstöbern. Ich möchte Wertgegenstände offen liegen lassen können.“ Bei ihm sei schon in den Keller eingebrochen worden. „Die haben damals 40 Flaschen hochwertigen Wein gestohlen. Selbst Schuld, der Keller war einsehbar. Das ist er jetzt nicht mehr“. sagt der Mann.

Wolfgang Raub aus Ratingen fragt, ob es sinnvoll sei, einen Schlüssel in einem Außentresor aufzubewahren. Erst kürzlich habe sich seine Tochter ausgesperrt und musste einen teuren Schlüsseldienst kommen lassen. Bei einem Händler werde ein Tresor für 25 Euro angeboten. Wilke rät ab. „Hinterlegen Sie lieber bei Freunden oder Verwandten einen Zweitschüssel. Oder bei Nachbarn, denen sie vertrauen.“

Die beliebteste Einbruchmethode ist nach wie vor das Aufhebeln von Fenstern und Türen auf der Rückseite des Hauses. „Das gewaltsame Öffnen der Haustür und Glasbruch vermeiden die meisten: Beides ist laut und alarmiert schnell die Nachbarn. Außerdem könnte man sich schneiden und Blutspuren, also DNA-Material, am Tatort hinterlassen“, erklärt Wilke.

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Eine Frau mittleren Alters überlegt, Fenster und Türen austauschen zu lassen. Kommissar Holger Kresken rät zu einbruchhemmenden Fenstern und Verriegelungen nach der DIN-Norm EN 1627. „Die Arbeit ausführen sollten nur Fachfirmen“, betont er. Die Polizei hat online eine Liste mit infrage kommenden Fachbetrieben zusammengestellt. Die Auskunft gibt es aber auch telefonisch.

Grundsätzlich gilt beim Absichern der eigenen vier Wände: Ziel ist es, ein leichtes Einsteigen in Sekunden zu verhindern.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Einbrecher in der Regel nach spätestens fünf Minuten aufgeben. Das Risiko, entdeckt zu werden, wird dann zu groß. „Schon jetzt sind 50 Prozent aller Einbrüche im Kreis Mettmann nur Versuche“, sagt Wilke.

Neben einbruchhemmenden Riegeln und Schlössern können Zeitschaltuhren helfen: Ein älterer Mann will wissen, ob es gut sei, tagsüber die Rollläden herunterzulassen. „Auf keinen Fall“, so die Berater. „Dann gehen Einbrecher davon aus, dass niemand zu Hause ist. Besser sei es, Rollläden und Lampen mit Zeitschaltuhren zu steuern, um Anwesenheit zu simulieren.

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