Heiligenhaus/Ratingen: Der Verkehr auf der A44 rollt

Heiligenhaus/Ratingen: Der Verkehr auf der A44 rollt

Eine merklich höhere Belastung der Straßen in Homberg und Hofermühle spüren Anwohnern noch nicht.

Wie war die erste Woche entlang der neuen A44? Wir fragten nach. Bislang hat niemand eine spürbare Steigerung des Verkehrs festgestellt. Doch Anwohner insbesondere in Heiligenhaus-Hofermühle und Homberg können den Tag der Eröffnung der kompletten A44 kaum noch erwarten. Denn die Verkehrssituation im östlichen Stadtteil von Ratingen sei "katastrophal", wie es der Homberger Bürgervereins-Vorsitzende Dr. Gerhard Siegfried beschreibt. "Die Verzögerungen auf der Strecke zur A44 Richtung Düsseldorf sind kaum noch zu ertragen. Morgens muss man sich locker auf 45 Minuten längere Fahrtzeiten einstellen." Und: "Wahrscheinlich ist das eher der Autobahnbaustelle in Richtung Düsseldorf zuzuschreiben, aber in Kombination mit dem zumindest erwarteten leicht erhöhten Verkehrsaufkommen durch die Öffnung in Richtung Essen wiegt das zusätzlich schwer."

Auf der A44 gilt zunächst noch Tempo 80 - bis der Asphalt rauh genug ist. Die Polizei blitzt dort bereits. Foto: Achim Blazy

Auch Frank Eisenblätter, Anlieger im Heiligenhauser Stadtteil Hofermühle, Bürgervereinsmitglied dort sowie Mitglied im Rat und Verkehrsausschuss, kann bisher kein merklich gestiegenes Verkehrsaufkommen feststellen. "Ein paar Fahrzeuge sind es vermutlich mehr geworden, aber die Staus in dieser Woche waren eher auf andere Umstände zurückzuführen." Allerdings sei schon auffällig, dass inzwischen mehr Kfz mit Essener, Bochumer und Gelsenkirchener Kennzeichen durch die Hofermühler Tallage fahren. "Wie sich gegebenenfalls die Feinstaubbelastung hier erhöht, kann ich allerdings nicht bewerten." Für die Autofahrer auf dem neuen Teilstück gilt derweil Tempo 80 - es wurde bereits geblitzt. Warum die Einschränkung gilt, erklärt Olaf Wüllner, Leiter der Bauüberwachung A44 für die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr: "Asphalt ist ein Gemisch vor allem aus Gesteinskörnung und Bitumen. Erstere sorgt für die richtige Griffigkeit der Fahrbahn und dafür muss das Bitumen zunächst abgefahren werden, damit das Gestein stärker hervortritt." Nach vier bis sechs Wochen unternimmt Straßen.NRW eine Griffigkeitsprüfung. Bei positivem Ergebnis können die Tempo-80-Schilder entfernt werden. Danach gilt dann die Beschränkung auf 120, die Schilder dazu sind zum Teil schon erkennbar.

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Die Dienstgruppe Hilden der Autobahnpolizei Düsseldorf hat bereits in den ersten Tagen Messungen am Ausbauende Heiligenhaus vorgenommen. "Unsere Kollegen haben zunächst am 15. April Sichtemessungen durchgeführt, also dabei noch keine Fahrverbote geahndet", erklärt André Hartwich von der Pressestelle der Autobahnpolizei.

Am 17. und 18. April schließlich fanden Realmessungen statt, die auch zu entsprechender Ahndung von Ordnungswidrigkeiten führten. "Bei den Lasermessungen halten wir die Fahrzeuge sofort vor Ort an und klären die Fahrer auf. Es geht auch nicht um kleinere Verstöße, sondern Ordnungswidrigkeiten mit Mindestüberschreitungen von 20 Stundenkilometern", so Hartwich weiter.

(stemu)
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