Ratingen: Der Thermograf klingelt frühmorgens

Ratingen: Der Thermograf klingelt frühmorgens

Die Stadtwerke Ratingen bieten wieder eine Überprüfung der Hausisolierung mittels Wärmebildkamera an.

Sobald draußen die Temperaturen sinken, zücken Energieberater ihre Wärmbildkamera, um an Wohnimmobilien die lästigen und teuren Wärmeleckes zu suchen: Nur in der kalten jahreszeit, wenn es draußen kalt ist und drinnen geheizt wird, kann man mit Hilfe der speziellen Infrarotkameras genau sehen, wo durch eine schlechte Isolierung in Dach, Wänden und Fenstern kostbare Wärme verloren geht. Neben der Verbraucherzentrale NRW, deren Energieberaterin Susanne Berger in Ratinger ein Büro hat, werden solche Thermografie-Aktionen auch von den örtlichen Stadtwerken angeboten. Die Stadtwerke Ratingen (SWR) bieten beispielsweise im Winter eine solche Überprüfung für private Haus- und Wohnungseigentümer an - plus einer Energieberatung.

Wenn es einfach nicht richtig warm wird, es an den Fenstern zieht und die Heizkosten zu hoch sind, sollten Eigenheimbesitzer den Ursachen auf den Grund gehen, raten die SWR-Berater. "Hier kommt unser Thermografie-Angebot gerade richtig. Ab sofort können sich private Haus- und Wohnungseigentümer für eine Thermografie-Aktion plus Energieberatung anmelden", heißt es bei den Stadtwerken Ratingen.

Die Thermografie ist ein zuverlässiges Verfahren, Gebäude auf ihre energetische Verfassung zu überprüfen. Wärmeverluste oder Wärmebrücken werden sichtbar. Somit können mit einer Thermografie Maßnahmen zur Energieeinsparung effektiv geplant werden. Mit einer Gebäudethermografie werden die energetischen Schwachstellen sichtbar gemacht. "Wärmeverluste durch undichte Fenster und Türen, Heizkörpernischen, ungedämmte Rollladenkästen oder Wärmebrücken können meist gut auf den Wärmebildern erkannt werden und machen den Sanierungsbedarf dort anschaulich", erklärt Waltraud Rapp, Energieberaterin der Stadtwerke Ratingen GmbH.

Wo meist blaue beziehungsweise dunkle Farben auf den Thermografie-Aufnahmen zu sehen sind, bleibt wertvolle Heizenergie dort wo sie hingehört, nämlich im Haus. Hier ist bereits eine ausreichende Dämmung vorhanden. Doch ganz so einfach ist die Analyse der Thermografie-Aufnahmen nicht, wissen die Energieexperten der Stadtwerke Ratingen GmbH: "Um die Wärmebilder richtig zu interpretieren, reicht eine Farblegende alleine nicht aus. Vielmehr müssen Kenntnisse über die bauphysikalischen Schwachstellen von Gebäuden vorhanden sein."

Daher wird die Thermografie bei den SWR gemeinsam mit einer Energieberatung angeboten. Beim Beratungstermin werden die zuvor angefertigten Wärmebilder den Ratsuchenden erläutert. Zudem nehmen die Energieexperten auch die Heiztechnik sowie andere mögliche Schwachstellen unter die Lupe und zeigen sinnvolle Modernisierungs- und Fördermöglichkeiten auf. "Erst wenn klar ist, wo die größten Verluste auftreten, können wir Sanierungsmaßnahmen ganz gezielt empfehlen," erklärt Martin Vogel, Energieberater der Stadtwerke Ratingen.

Gebäudethermografien lassen sich nur in der Heizperiode sinnvoll durchführen. Sie werden möglichst bei trockenem Wetter und erst ab einer Außentemperatur von maximal 10°C durchgeführt. Grundsätzlich werden nur Außenthermografien durchgeführt. Die Thermografie wird bis zum 15. März vorzugsweise morgens früh zwischen 6 und 9 Uhr durchgeführt.

Der Bereich um das jeweilige Gebäude sollte bei der Gebäudethermografie möglichst frei zugänglich sein. Wenn das nicht möglich ist, muss der Thermograf vorher darüber informiert werden.

Der Thermograf überklettert nicht abgeschlossene Gartentüren, Hecken, Mauern und Einfriedungen. Er benutzt auch nicht vom Kunden bereitgestellte Leitern oder Tritte.

Der Thermograf orientiert sich auf dem Grundstück in völliger Dunkelheit nur mit Taschenlampe und sollte daher im Vorfeld vom Kunden über Teiche, Löcher, Stolperfallen informiert werden.

(RP)