Der Schlaf und was ihn stören kann

Gesundheit : Der Schlaf und was ihn stören kann

Hausärztin spricht im Evangelischen Krankenhaus Mettmann über Auswirkungen von Stress und Lebensstil.

Viele Menschen leiden heute unter Schlafstörungen, haben Probleme beim Einschlafen, liegen nachts stundenlang wach. Woran liegt das? Und was kann man tun, um einen erholsamen Schlaf zu finden? Diesen Fragen ging Dr. Marlene Kenter im Seminarraum des Evangelischen Krankenhauses (EVK) Mettmann nach. Zu ihrem Vortrag „Auswirkungen von Stress und Lebensstil auf den Schlaf“ kamen mehr als 20 Besucher. Auffallend war, dass nur ein einziger Mann darunter war. Leiden mehr Frauen an Schlafproblemen?

„Nein“, antwortete Kenter sofort, „das Verhältnis liegt bei 50/50. Aber Männer neigen dazu, das Problem kleinzureden.“ Dabei ist ein gesunder Schlaf nicht nur wichtig für die Leistungsfähigkeit, sondern auch für das Wohlbefinden und natürlich die Gesundheit. Es geht um den Menschen als Ganzes. Das betonte auch Hannah Lohmann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des EVK, bezüglich des Gesundheitsprogramms: „Es ist ein ganzheitliches Programm, das vom Institut für Gesundheitsförderung zusammengestellt wird.“ Schlaf sei ein wichtiger Aspekt.

Deshalb ging Marlene Kenter, Internistin und Hausärztin im MVZ am EVK, zunächst auf die Schlafphasen und die „Innere Uhr“ ein, die nicht nur die Ausschüttung von Hormonen steuert, sondern auch die Körpertemperatur oder den Blutdruck. „Alle Zellen haben ein Uhren-Gen“, erklärte sie. „20 Prozent aller Gene sind rhythmisch aktiv, was für die Einnahme von Medikamenten wichtig sein kann.“ Die Frage einer Zuhörerin: „Gibt es nicht auch eine innere Uhr, die die Organe steuert?“ beantwortete Kenter mit „Ja, alles hängt mit dem System im Gehirn zusammen, alles ist miteinander vernetzt.“ Es gibt aber Faktoren, die dieses System aus dem Rhythmus bringen können. Chronischer Stress gehört dazu, der gesundheitsgefährdend wirkt – nicht nur schlafstörend.

Auswirkungen sind Anfälligkeit für Krankheiten, Muskelverspannungen, hoher Blutdruck, Unruhe bis hin zu Depression und Burnout. „Vieles, was uns stresst, bringen wir selbst mit“, erklärte Kenter. Was kann also jeder persönlich tun? „Befreien Sie sich von Alltagslasten und treffen Sie Entscheidungen eher heute als morgen. Viel trinken, ein Nickerchen in der Mittagspause und regelmäßig Zeit für sich selbst nehmen.“

Für Chormitglieder sicher nicht überraschend, war die Feststellung: „Singen baut Stress ab.“ Der Lebensstil ist ebenfalls ein Faktor, der den Schlaf beeinflusst. So führt nicht nur Stress zu Schlafstörungen, sondern auch Nachtarbeit, das Trinken von Alkohol vor dem Schlafengehen, ein hoher Kaffeekonsum und unregelmäßige Schlafenszeiten. Es gibt also tatsächlich vieles, was jeder selbst tun kann, um einen ungestörten Schlaf zu finden. Eine gesunde, regelmäßige und nahrhafte Ernährung gehört ebenfalls dazu, genauso wie ein aktiver Start in den Morgen mit 5 bis 10 Minuten Gymnastik oder Yoga. Außerdem ist es wichtig, sich selbst eine Freude zu machen, Dinge und Tätigkeiten zu genießen.

Und auch, wenn der Spruch bereits ein wenig beansprucht ist, so gilt er nichtsdestotrotz auch beim Thema Stress und Schlafstörungen, wie Marlene Kenter betonte: „Lachen ist die beste Medizin.“

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