Heiligenhaus: Der Radweg-Lückenschluss ist geschafft

Heiligenhaus: Der Radweg-Lückenschluss ist geschafft

Die Brücke über die Abtskücher Straße entstand für 340 000 Euro in rekordverdächtiger Zeit.

Perfekt geräumt und gestreut, mit brusthohem rotem Geländer und bestens lesbarer Inschrift auf der Fahrbahn: "Abtskücher Straße". So präsentierte sich gestern die 340 000 Euro teure Brücke über die Kreisstraße 1, oberhalb der Stadtwerke-Zentrale. Sie schließt die letzte Lücke im Panorama-Radweg auf Heiligenhauser Stadtgebiet. Das feierten zahlreiche geladene Gäste und Schaulustige bei Minustemperaturen nebst bester Fernsicht ins Niederbergische.

Diesseits und jenseits der Brücke bedeckte eine feine Schneeschicht die Radlertrasse. Das Gros der Gäste kam zu Fuß. Lediglich Landrat Thomas Hendele ließ sein Dienstrad an den Start schieben, während Bürgermeister Dr. Jan Heinisch mit seinem Privat-Zweirad unterwegs war.

Zwecks Vorbereitung hatte Heinisch Fotodokumente gewälzt — gerade mal zwei Jahre alt und schon als historisch zu werten: "Damals gab es hier nur die von den alten Bahngleisen befreite Schotterpiste. Und bei Schnee — so wie heute — waren massenhaft Fußspuren zu erkennen. Das heißt: Der Weg wurde auch damals schon rege genutzt." Eine Brücke "zwischen Hetterscheidt und der Innenstadt" sei reine Zukunftsmusik gewesen. Dies galt bis zum 17. Mai 2011, als der CDU-Antrag zum Bau der Brücke in den Kreistag eingebracht wurde, wie Landrat Hendele in Erinnerung rief.

Das letzte markante Datum vor der Eröffnung stieß bereits im November diesen Jahres auf großes Interesse. Denn das Bauwerk, 28 Meter lang, 3,4 Meter breit und 21 Tonnen schwer mit einer Tragkraft von zehn Tonnen — sorgt dafür, dass Radfahrer nun weder Rampen hinab- und hinauffahren müssen, um die Abtskücher Straße zu überqueren.

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Bevor sie von einem Spezial-Schwertransport angeliefert und per 150-Tonnen-Kran millimetergenau eingepasst werden konnte, hatte die Brücke sechs Wochen in der Werkstatt der Firma Walter Bau gestanden. Aus fünf Entwürfen war schließlich einer ausgewählt worden: solide, sicher und ins Konzept passend — so sollte das Ergebnis sein. Zur besonderen Sicherheit fürs Radeln in 4,75 Metern Höhe über der Abtskücher Straße dient außerdem ein Spezialnetz aus Edelstahl.

Ein kleines Polit-Scharmützel begleitete die Eröffnung am Rand. Man sei erfreut darüber, dass mit Hilfe der Brücke nun ein Gefahrenpunkt beseitigt sei, teilten die Heiligenhauser CDU-Vertreter im Kreistag, Waldemar Madeia und Uschi Klützke mit. Zugleich erinnerten sie in einer Mitteilung süffisant daran, dass der Beschluss zugunsten der Brücke nur mit knapper Mehrheit und gegen "großen Widerstand bei der Kreis-SPD" getroffen worden sei. SPD-Frontmann Ingmar Janssen fühlte sich aber nicht angesprochen: "Wir haben uns von Anfang an über das Loch im Radweg gewundert — und kritisch nach einer Brücke gefragt." Der Heiligenhauser Stadtrat hatte seinerzeit einstimmig pro Brücke votiert.

Madeia und Klützke hatten zudem den gleichen Widerstand in der Kreis-SPD gegen den derzeit entstehenden Kreisverkehr in Isenbügel ausgemacht.

(RP)