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Der pensionierte IKG-Lehrer Jörg Potthaus hat ein Buch geschrieben. Am Donnerstag, 15. November, wird er im VHS-Café aus „Dionysos-Bar“ lesen.

Ehemaliger Lehrer drückte noch einmal die Schulbank, um schreiben zu lernen. : Ehemaliger Lehrer schreibt jetzt Bücher

Der pensionierte IKG-Lehrer Jörg Potthaus hat ein Buch geschrieben. Am 15. November wird er im VHS-Café aus „Dionysos-Bar“ lesen.

Es war ein Moment, auf den Jörg Potthaus ein halbes Leben gewartet hat: „Als ich zum ersten Mal ein Exemplar meines eigenen Buches in den Händen gehalten habe war das für mich ziemlich bewegend.“ Während er das erzählt, strahlen die Augen des frisch gebackenen Autoren: „Alles was jetzt kommt, ist Zugabe.“

Geschrieben habe der Deutsch- und Geschichtslehrer, der bis zu seiner Pensionierung am Heiligenhauser Immanuel-Kant-Gymnasium unterrichtete, schon immer. Mehr als nur Kommentare unter den Klassenarbeiten seiner Schüler, ein paar veröffentliche Zeitungsartikel, etwa 20.000 Tagebuchseiten, die meisten seiner Texte landeten in der Schublade.

Den Unterschied machte Autor Bodo Kirchhoff. „Nach einer seiner Lesungen bin ich zu ihm und wollte ihm von meiner Begeisterung für Literatur, aber er stellte mir nur eine Frage: Brennen Sie?“ erinnert sich Potthaus, eine Frage, die er nicht verneinen konnte, er brennt fürs Schreiben.

Und nicht allzu lange später saß der Kettwiger Lehrer im Haus von Kirchhoff am Gardasee und wurde in einem seiner Schreibseminare wieder zum Schüler.

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„Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass wir schon am ersten Tag wirklich schreiben sollen, ich musste tatsächlich einen Moment überlegen, worüber ich schreiben soll“, sagt Potthaus.

Entstanden ist damals am Gardasee die Grundlage für sein erstes Buch, das er nun veröffentlicht hat: „Dionysos-Bar“.

Darin geht es um einen Gymnasiallehrer aus dem Essener Süden im Oktober 2016, der nach einer schmerzhaften Erfahrung seine Pensionierung auf der griechischen Insel Kreta verbringen will.

Intrigen, Frauen und nicht nur ein Land, sondern auch die Hauptfigur in einer Krise beschäftigen den Leser über 300 Seiten lang. „Autobiografische Elemente sind durchaus vorhanden“, das kann der Autor nicht verhehlen.

Über zweieinhalb Jahre hat er an dem Roman geschrieben, begleitet hat ihn dabei nicht nur das Ehepaar Kirchhoff mit konstruktiver Kritik, sondern auch Nachbar und Freund Rüdiger Henseling. 

Der Chef der VHS Velbert/Heiligenhaus, hat dabei die Höhen und Tiefen des schreibenden Freundes miterlebt und gehörte auch zu den ersten Lesern des fertigen Werkes: „In vielen Punkten hat das Buch mich wirklich überrascht, obwohl ich beim Lesen immer Jörgs Gesicht vor Augen hatte. Aber er schreibt mit einer gewissen Ehrlichkeit eines alternden Rockers“, und darin habe er auch so manches von sich erkennen können.

Für Donnerstag, 15. November, 19 Uhr, hat er den Autoren zur Lesung ins Café der Volkshochschule Velbert-Heiligenhaus am Heiligenhauser Südring geladen. Geschrieben habe Potthaus in „lustvollen Schachtelsätzen“, wie er selbst sagt.

Und er habe einen durchaus schmerzhaften Schreibprozess hinter sich, in dem seine Liebe zu Griechenland, eine persönliche Krise und viele Verweise auf Kulturgeschichte zu einem Roman geworden sind.

Jetzt braucht er nur wieder ein bisschen Zeit, um aus den Notizen ein Nachfolgewerk zu machen.