Der Kampf gegen falsche Polizisten muss weitergehen

Postskriptum Diese Woche in unserer Stadt : Der Kampf gegen falsche Polizisten muss weitergehen

Im vergangenen Jahr hat die Polizei massiv über eine üble Betrugsmasche informiert. Man darf bei dieser Arbeit nicht nachlassen, denn die Täter lassen sich immer neue Tricks einfallen.

Der wirtschaftliche Schaden ist enorm, erst recht das menschliche Leid. Betrüger geben sich am Telefon als Polizisten aus und setzen ältere Menschen stark unter Druck. Die Polizei hat den Kampf gegen diese Kriminellen verstärkt – mit erkennbarem Erfolg.

Der Personalaufwand ist hoch und kostet Kraft – dies neben all den anderen Dingen, die im großen Verantwortungsbereich der Kreispolizeibehörde Mettmann erledigt werden müssen. Doch die Bilanz kann sich sehen lassen und bestätigt, dass sich die Strategie, verstärkt auf öffentliche Informationen zu setzen, ausgezahlt hat. Anders ausgedrückt: Die Polizei ist in die Offensive gegangen, hat den engen Kontakt zu den Bürgern gesucht. Für die ist man ja auch da.

Im Vorjahr 2018 registrierte die Kreispolizei insgesamt 15 vollendete Delikte der falschen Polizisten mit einer Schadenssumme von rund 1,1 Millionen Euro. Bereits in den ersten zwei Monaten des Jahres 2019 kam es zu vier weiteren vollendeten Taten – mit einer Schadenssumme in Höhe von rund 362.000 Euro.

Höchste Zeit also, mit Maßnahmen gegen zu steuern. So startete man Anfang März 2019 die sehr zeit- und personalintensiven Aktionswochen in allen Städten des Kreises Mettmann, flankiert von zahlreichen weiteren Einsatz- und Präventionsmaßnahmen. In den knapp acht Monaten Laufzeit dieser kreisweiten Aktionswochen registrierte die Polizei im Kreis Mettmann (von März bis Oktober 2019) insgesamt nur vier weitere vollendete Taten mit einer Schadenssumme von etwa 75.000 Euro bei zeitgleich zurückgehenden Zahlen gemeldeter Versuche. Es gibt offenbar eine hohe Dunkelziffer der nicht angegebenen Straftaten und Versuche – wahrscheinlich auch aus Scham.

In den Aktionswochen 2019 wurden beim polizeilichen Klinkenputzen an Haus- und Wohnungstüren kreisweit insgesamt 9143 Senioren persönlich angetroffen und intensiv beraten. Dabei stießen die Experten immer wieder auf großes Interesse an diesem Thema.

An 7510 Haushalten der Zielgruppe hinterließen die polizeilichen  Berater ihr Info- und Präventionsmaterial in den Briefkästen. Bei Einsätzen des polizeilichen Info-Mobils in allen Städten und Stadtteilen des Kreisgebietes gab es insgesamt 5889 persönliche Beratungsgespräche.

Zusätzlich zu all diesen Aktionen waren die kriminalpolizeilichen Berater – wie auch die jeweils örtlichen Berater des Aktionsbündnisses Senioren-Sicherheit im Kreis Mettmann – auch noch bei vielen Veranstaltungen oder bei Einzelgesprächen in Alters- und Seniorenheimen, in diversen Begegnungsstätten und Vereinen sowie bei Pflegediensten im gesamten Kreis Mettmann präsent. Der Einsatz hat sich gelohnt. Und doch weiß man ganz genau, dass jederzeit neue Maschen der Betrüger auftauchen können und man entsprechend reagieren muss – wie im Fall der falschen Polizisten. Dies bedeutet: weiter informieren und dran bleiben am Thema, auch wenn dies Personal bindet. Ein großer Schlag gegen diese Kriminellen ist ja aktuell gelungen.

norbert.kleeberg@rheinische-post.de