Der Geschichtsverein Heiligenhaus probiert neue Formate aus.

Heiligenhauser Geschichtsverein: Ein Platz für Geschichte(n)

Der Geschichtsverein probiert neue Formate aus, in denen in lockerer Runde der Historie nachgespürt wird.

In zwei Jahren feiert der Heiligenhauser Geschichtsverein ein ziemlich besonderes Jubiläum, dann gehört der Verein seit genau 50 Jahren zum Stadtgeschehen. Knapp fünf Jahrzehnte, in denen der Verein auf der Suche nach den großen und kleinen Geschichten der Stadt war und auch bleiben wird. Mit seinem neuen Format, dem Geschichtskreis, begaben sich die Mitglieder und ihre Gäste nun auf die staubigen Dachböden und Keller der Stadt und schauen in die Kisten und Schränke, die dort stehen.

In zwangloser, lockerer Runde konnten im Museum Abtsküche die gefundenen Bilder, Briefe und Dokumente dann bei der Premiere am Dienstagabend begutachtet werden. „Mit Hartmut Nolte, dem Archivar der Stadt Heiligenhaus wollen wir herauszufinden, was diese Dinge uns sagen und wie sie uns helfen können, unsere Geschichte besser zu verstehen“, hatte der Vorsitzende Reinhard Schulze Neuhoff im Vorfeld angekündigt.

Geschichten, die verbinden. Dem will man auch im Rathaus Rechnung tragen, wie der Beigeordnete Björn Kerkmann sagt. „Wer schon mal im Stadtarchiv war, der weiß, was für tolle Dokumente und zum Beispiel auch Bilder dort liegen, die beeindruckend zeigen, wie die Stadt sich entwickelt hat.“

Man sei deswegen im Rathaus derzeit auf der Suche nach Ideen, wie man aus dem Archivmaterial den Wandel der Stadt präsentieren kann. Wenn vom Klösterchen die Rede ist, dem „Bösenhaus“, den Kinos oder der Feuerwache direkt am Rathaus, dann flackern vor den Augen der Zeitzeugen die Bilder aus der Vergangenheit wieder auf – und bleiben so lebendig, wenn darüber geredet wird.

Bei den Bustouren des Ludgerustreffs zum Beispiel. Wenn der ehemalige Bürgermeister Peter Ihle zum exklusiven Stadtführer wird, dann sind die Fahrten schnell ausgebucht und müssen sogar fortgesetzt werden, weil es einfach so viel zu erzählen gibt.

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Solche Reisen in die vergangenen Zeiten der Stadt und damit oftmals in die persönlichen Geschichten der Bewohner sorgen erfahrungsgemäß schnell für Gesprächsstoff. Auch wenn Nostalgie oftmals positiv wahrgenommen wird, auch die grausamen Momente dürfen nicht vergessen werden.

Dafür sorgt zum Beispiel heute, Freitag, 9. November, 19 Uhr, im Haus der Kirche die Gedenknacht an die Pogromnacht im Jahr 1938 (wir berichteten). Am Donnerstag, 22. November, 19.30 Uhr,i n der Isenbügeler Dorfkirche wird der Geschichtsverein dann in einem Gespräch von Zeitzeugen unter der der Moderation von Archivar Hartmut Nolte an die Kriegs- und Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges erinnern und dabei Bombenschäden in Heiligenhaus, Flucht und Vertreibung und die Währungsreform thematisieren.

„Wer zu diesen Themen noch eigene Erlebnisse beitragen kann, soll gern zu Wort kommen. Die Erlebnisse der Zeitzeugen sollen zu einem weiteren Austausch über Erlebtes und Erlittenes, Freud und auch Leid führen.“ Der Eintritt ist frei.

Als der Geschichtsverein 1970 gegründet wurde, hatte er 20 Mitglieder; heute sind es etwa 285 Mitglieder. Zu den Aktivitäten gehören unter anderem Vorträge, Ausstellungen, Pflege des Heljenser Platts, Publikationen, Matineen und Mundartabende.

Infos: www.geschichtsverein-heiligenhaus.de

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