Heiligenhaus: Der Frohsinn rockt die Kant-Aula

Heiligenhaus: Der Frohsinn rockt die Kant-Aula

Die zweite Neujahrsshow nach dem Neustart zeigte: Das neue Konzept hat sich bewährt, der Funke sprang über.

Männergesangverein? Das war einmal. Der Frohsinn ist seit 2013 eine Holding, unter dessen Dach gleich mehrere Chöre firmieren. Was das genau bedeutet, das erlebten die Zuschauer am Samstag in der Kant-Aula am eigenen Leib. Der Männerchor "Frohsinn", gab sich da natürlich die Ehre, aber auch die ganz frisch formierten "Ladies" zeigten, was es bedeutet, gemeinsam Spaß am Singen zu haben.

Welche Möglichkeiten das bietet, zeigte sich auch in einem Medley, das von beiden gemeinsam im gemischten Chor gesungen wurde. Denn der Spaß auf der Bühne ist ein gemeinsames Anliegen - und der Funken sprang über. Dabei mag nicht jede Nummer ein Volltreffer gewesen sein, doch die Freude am Singen gewann nicht nur auf der Bühne. Denn auch im Publikum wurden so manche der Chartkracher aus den vergangenen fünf Jahrzehnten mitgesungen oder zumindest mal mitgesummt.

Im Januar 2013 hat mit Chorleiter Hermannjosef Roosen eine neue Ära begonnen, die nicht ohne Widerstände ablief. Aber das neue Konzept ist erfolgreich. Vor beinah ausverkauftem Hause zeigte der Frohsinn also, was in einem halben bis etwa dreiviertel Jahr stets jeden Donnerstag im Köpi3 geprobt wird.

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Wie sieht's kurz vor dem Auftritt mit der Nervosität aus? Zumindest bei Ingo Hannuschka aus dem Vorstand, dem Management, ist das nur am Rande ein Thema. "Ich werde vorher ganz ruhig. Aber so ein bisschen Lampenfieber hab' ich trotzdem. Das gehört dazu." Ob der Herrenchor, der vor allem mit Evergreens aus den 50-ern und 60-ern glänzte, oder auch die Damen, die mühelos durch die Top Songs vergangener Jahre tanzten, das Repertoire des Frohsinn hat sich genauso verjüngt wie das Durchschnittsalter der Truppe. Lag das beim Neustart des Vereins noch bei 72,3 Jahren (24 Mitglieder), so sank der Durchschnitt enorm auf 54,66 Jahre - und das bei aktuell 59 Mitgliedern. Eine weitere deutliche Veränderung gab es bei der Neujahrsshow der Holding: Es wird Englisch gesungen, mit nur wenigen Ausnahmen. Eine davon: "Aber Dich gibt's nur einmal für mich", von den Nielson Brothers, mit dem die Frohsinn-Sänger das Publikum langsam in den Abend entführten. Nicht nur damit setzten die Programmplaner auf den Wiedererkennungswert, der nicht selten schon beim Ankündigen der Titel im Publikum für Begeisterung sorgte.

Stimmgewaltige Unterstützung gab es dabei wieder vom New Yorker Sänger Boysie White, der schon mit den Harlem Gospel Singers auf der Bühne stand und die Stimme von Louis Armstrong im Gepäck hat. Ansonsten stammten sämtliche Solisten an diesem Abend aus den Reihen des Frohsinns selbst. Ewald Bossek, mit 86 Jahren das älteste Mitglied im Verein,bereitete mit seinem tiefen Bass und mit "Old Man River" aus dem Musical "Show Boat" einen echten Gänsehaut-Moment. Trotz Lichtshow auf der Bühne sorgten die Zuschauer selbst für die schönsten Lichteffekte, in dem sie bunte Knicklichter über den Köpfen schwangen. Gut ein halbes bis ein dreiviertel Jahr proben die Chöre für diesen besonderen Abend im Januar, jeweils am Donnerstag. "Für einen Chorleiter eine große Herausforderung, denn nicht immer sind alle da", weiß Hannuschka. Doch zur Neujahrsshow waren sie wieder alle zusammen.

(sade)