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Der erste islamisch-christliche Pilgertag startet an der evangelischen Stadtkirche.

Ratingen : Christen und Muslime pilgern zur Moschee

Der erste islamisch-christliche Pilgertag startet an der evangelischen Stadtkirche – und zwar am 7. September.

Pilgern heißt, sich auf den Weg machen. Und das wollen Christen und Muslime in Ratingen am Samstag, 7. September, erstmals gemeinsam tun. Beten, schweigen, kurze Texte vortragen, sich unterhalten, gemeinsam rasten und essen. Dazu ein Mittagsgebet. Das ist der Plan.

Exakt 16 Kilometer lang ist der Pilgerweg von der evangelischen Stadtkirche an der Lintorfer Straße bis zur DITIB-Moschee am Westbahnhof. Eigentlich liegen Start und Ziel nur leicht überwindbare 600 Meter auseinander, doch auch beim Pilgern ist der Weg bekanntlich das Ziel. Darum haben Pfarrer Frank Schulte und Emin Arslan, Dialogbeauftragter DITIB-Moschee Ratingen, eine längere Route gewählt. „Die sind wir vorab abgegangen“, sagt Frank Schulte. Für die 16 Kilometer haben er und Arslan drei Stunden gebraucht – trotz eines kleinen Umweges, weil sie sich an einer Stelle kurzzeitig verlaufen hatten. Für die Pilgertour am 7. September sind nun vier Stunden eingeplant, weil eine größere Gruppe doch meist länger braucht.

Entstanden ist die Idee zum interreligiösen Pilgertag beim christlich-islamischen Arbeitskreis, den es in Ratingen seit zehn Jahren gibt. Dort treffen sich die verschiedenen Religionen, um sich auszutauschen. Während sich in der Vergangenheit am Pilgertag die Protestanten allein auf den Weg machten, kommen nun auch Muslime und Katholiken mit, denn die Tradition des Pilgerns findet alle Religionen. Für die katholische Kirche in Ratingen wird Katinka Giller, Gemeindereferentin der Katholischen Kirchengemeinde Heilig Geist, die Wanderschuhe schnüren und bei der Mittagsrast an St. Johannes in Lintorf das Mittagsgebet sprechen.

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Ziel des gemeinsamen Weges ist auch, sich besser kennenzulernen, gemeinsame Glaubensgeschichte auszutauschen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Zeit dafür bleibt bei vier Stunden gewiss. Und antürlich am Ende in der Moschee bei einem gemeinsamen Imbiss. Mit auf Pilgertour geht übrigens auch die marokkanische Moscheegemeinde, die ebenfalls am Westbahnhof beheimatet ist.

Gewandert wird bei jedem Wetter, Marschverpflegung nimmt jeder Pilger selbst mit. Wer allerdings zwischendurch merkt, dass ihm die Strecke doch zu viel wird, kann in Lintorf in den Bus der Linie O6 steigen, der gleich unter der Süd-Dakota-Brücke hält. Von dort ist es nicht mehr weit bis zur Moschee.

Für alle sonstigen Widrigkeiten während des Pilgerns hat Pfarrer Frank Schulte Verbandskasten und Blasenpflaster im Rucksack. Für den Weg empfiehlt er festes Schuhwerk. „Der Weg ist zwar überwiegend flach, doch manchmal ein wenig eng“, sagt er. Die Strecke verläuft von der Stadtkirche in der Innenstadt aus durch den Wald nach Ratingen-Lintorf, weiter auf dem Neandersteig nach Tiefenbroich und schließlich zur Moschee am Westbahnhof.

Alle, die gerne teilnehmen möchten, können sich vorab bei Pfarrer Frank Schulte, Telefon 02102 5652369 oder E-Mail frank.schulte@ekir.de anmelden. Oder am 7. September einfach zum Startpunkt an der evangelischen Stadtkirche kommen. Schulte rechnet erfahrungsgemäß mit 30 bis 40 Teilnehmern. Es dürfen aber auch gerne mehr werden.