Heiligenhaus: Der Chef-Planer geht in den Ruhestand

Heiligenhaus : Der Chef-Planer geht in den Ruhestand

Siegfried Peterburs prägte über Jahrzehnte mit seinen Ideen das Stadtbild, im Kleinen wie im Großen.

Memoirenbände mögen anders aussehen, ob sie in jedem Fall mehr enthalten, steht dahin. Jedenfalls punktete Verwaltungsdirektor (und Chef-Stadplaner) Siegfried Peterburs gestern, bei seiner Verabschiedung, noch einmal mit einer ungewöhnlichen Idee. Wie so oft in den drei Jahrzehnten zuvor. Er hatte alle seine Terminkalender aus der Heiligenhauser Dienstzeit mit in den Ratssaal gebracht – von 1990 bis 2019. Plus einen zwei Handbreit hohen Stapel Visitenkarten, die er in dieser Zeit gesammelt hat. Einfach zu Erinnerungszwecken wies er bescheiden am Rande auf die stattliche Sammlung hin..

Empfang im Ratssaal, er selbst in erster Reihe, dazu noch als vielfach Gelobter vor vielen Freunden und beruflichen Weggefährten – das blieb bis zum Ende seiner 34 Jahre Arbeit im öffentlichen Dienst nicht sein bevorzugtes Auftreten in eigener Sache.

Aber was heißt überhaupt letzter Arbeitstag? Heute wird er nochmal in sein Büro kommen. Und die Erklärung klingt denkbar simpel: „Das ist doch ein ganz normaler Vorgang. Es sind noch ein paar Dinge zu erledigen und mit Kollegen zu besprechen, zu denen wir bis jetzt nicht gekommen sind.“

Es sind aber genau solche Auffassungen, die Bürgermeister Michael Beck in seiner Laudatio auf den Chefplaner noch einmal in den Blickpunkt rückte. Beck war es auch, der die große Abschiedsfeier als einzig angemessenen Rahmen ansah. Der Beifall für Peterburs gab ihm recht.

So unterschiedlich können Blickwinkel sein. Mit Gästen plauderte der scheidende Verwaltungsdirektor über „den ersten B-Plan, den ich für die Stadt gemacht habe, noch von Hand gezeichnet. Damals ging es um die Entwicklung einer Fläche westlich der Hülsbecker Straße.“ Beck bedankte sich vor allem dafür, dass Peterburs seine persönliche Lebensplanung vor knapp zwei Jahren komplett umgekrempelt hatte und kurzerhand zwei Berufsjahre anhängte. „Aus Verantwortung gegenüber der Stadt“, wie Beck betonte.

Peterburs war nach dem Weggang von Bürgermeister Heinisch und dem technischen Beigeordneten Harald Flügge in den Verwaltungsvorstand aufgerückt. Gefragt war, auch und erst recht in dieser Position, sein „kreativer Kopf, auf den man sich immer verlassen konnte“, wie Beck sagte.

Einen Wunsch für die Zukunft der Stadt hatte Peterburs zum Schluss an alle Gäste: „Ich möchte, dass die Stadt Heiligenhaus künftig auf Karten und in Atlanten mit grün unterstrichenem Stadtnamen steht.“ Mit dem unscheinbaren, kleinen grünen Strich habe es nämlich eine besondere Bewandtnis: Er werde nur für besonders sehenswerte Städte vergeben.

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