Ratingen : Prestigeprojekt: AfD lehnt Neubau der Stadthalle ab

Die AfD befürchtet, dass die „prognostizierten Steuereinnahmen wegbrechen und auch die Finanzen Ratingens nicht ungeschoren davonkommen werden“. In dieser Situation sei es einfach grotesk, über einen kostspieligen neuen Prachtbau namens Stadthalle und einen zusätzlichen Hotelkomplex zu diskutieren.

(kle) Die Debatte um einen möglichen Neubau am alten Stadthallen-Standort geht in die nächste Runde. Die Alternative für Deutschland (AfD) in Ratingen hält die Diskussion um einen eventuellen Abriss und anschließenden Neubau der Stadthalle für völlig verfehlt. „In der aktuellen Pandemie-Situation und ihren Auswirkungen kämpfen die ansässigen Kaufleute, Händler und Gewerbetreibenden sowie zahlreiche Bürger um ihre nackte wirtschaftliche Existenz“, heißt es in einer Stellungnahme.

Die AfD befürchtet, dass die „prognostizierten Steuereinnahmen wegbrechen und auch die Finanzen Ratingens nicht ungeschoren davonkommen werden“. In dieser Situation sei es einfach grotesk, über einen kostspieligen neuen Prachtbau namens Stadthalle und einen zusätzlichen Hotelkomplex zu diskutieren. Bekanntlich seien schon der Abriss des alten Ratinger Rathauses und der Neubau als Marmorpalast für Bürgermeister und Verwaltung von der Politik gegen das Votum der abstimmenden Wähler durchgesetzt worden, die sich in zwei Bürgerentscheiden für die Beibehaltung der alten Bausubstanz ausgesprochen hätten.

Die bewährte Stadthalle erfülle derzeit durchaus ihren Zweck, wie zahlreiche Großveranstaltungen (Politbattle des Jugendrates anlässlich der Bundestagswahl oder auch die Karnevalssitzungen) gezeigt hätten. Werner Kullmann, AfD-Spitzenkandidat für die Stadtratswahl, betonte: „Alle reden über den alten Hut der Stadthalle mit angeschlossenem Hotel und über unfertige Kitas ohne Fachpersonal. Die AfD redet über Kosten und bessere Vorschläge zur Innenstadtbelebung. Es scheint, dass den derzeit Verantwortlichen in der Kommunalpolitik eine neues Prestigeprojekt wichtiger ist als die Sorgen und Nöte der (noch) innerstädtisch ansässigen Geschäftsinhaber und ihrer Angestellten.“ FDP-Bürgermeisterkandidat Dr. Markus Sondermann hatte zuletzt eine neue Stadthalle ins Spiel gebracht.