Ratingen: Das ist Werbung für die Einkaufsstadt

Ratingen : Das ist Werbung für die Einkaufsstadt

Wieder mal lockten Fischmarkt und verkaufsoffener Sonntag viele Tausend Besucher in die Ratinger Innenstadt. Fast 140 Geschäfte machten beim verkaufsoffenen Sonntag mit. Der nächste Höhepunkt ist das RatingenFestival im Juli.

Volle Innenstädte werden besonders in Randlagen von Großstädten immer rarer. In der Dumeklemmerstadt schafft es der Werbering City-Kauf immer wieder, Akzente gegen den Trend zu setzen: Gestern "brummte" es wieder in der Ratinger City regelrecht: Fischmarkt und verkaufsoffener Sonntag (VoS) lockten viele Tausend Besucher aus nah und fern in die Stadt. Bis zuletzt hatten Stadtmarketing, Verwaltung und vor allem die Kaufmannschaft um den VoS gebangt.

Stößchen! Beim Fischmarkt mit verkaufsoffener Sonntag gab es auch edle Getränke. Foto: Achim Blazy

Wieder ist das Konzept der Stadt aufgegangen: Mittels Online-Umfrage konnte sie nachweisen, dass die Veranstaltung (Fischmarkt) zahlenmäßig mehr Besucher "zieht" als die Chance auf einen Sonntagseinkauf. Die Gewerkschaft Verdi hatte offenbar zuletzt keinen Hebel mehr gefunden, um per Klage den Shoppingsonntag verbieten zu lassen.

Siegfried Preuss aus Ratingen.spielte auch Shantys. Foto: Blazy Achim

So erfreuten sich die Massen bei prächtigem Ausflugswetter an einem reichhaltigen Angebot. Die erfahrene Agentur Rheinland, die im Auftrag des City-Kauf den Fischmarkt organisiert, hatte wieder rund 50 Stände am Start. Es waren wieder viele bekannte Händler dabei. Das Ratinger Publikum hat einen besonderen Stellenwert bei den Fischmarkt-Akteuren: Sie sind meist auch bei den gleichlautenden Veranstaltungen in Köln und Düsseldorf dabei. Doch etwa 90 Stände, wie in Düsseldorf beispielsweise, passen in die historische City von Ratingen einfach nicht hinein - aber das macht vielleicht den besonderen Charme aus. Jedenfalls muss sich Rheinlust-Chefin Gabriela Maria Picariello nicht um mangelnde Nachfrage sorgen.

Noch im vergangenen Jahr konnte der verkaufsoffenen Sonntag nicht genehmigt werden: Die akribisch ausgerechnete Fläche reichte im Verhältnis zu den Ladenschäften nicht aus. Auch das ist eine der strengen Vorgaben des Landesgesetzes. Mit der Online-Umfrage hat die Stadt aber offenbar ein probates Mittel gefunden, die Händler und Veranstalter von penibler (und praktisch nicht leistbarer) Bürokratie wie Kundenzählungen zu verschonen. Bereits beim Lintorfer Weinmarkt hatte die Stadtverwaltung erfolgreich eine solche pfiffige Umfrage gestartet.

Insgesamt war die Veranstaltung mal wieder eine tolle Werbung für die Stadt. Warum sich allerdings die Ratingen-App "AppSolut" vehement über den Fischmarkt, wie übrigens auch über den Trödelmarkt am Blauen See, ausschwieg, bleibt ein Geheimnis.

Nun aber dürfen sich die Dumeklemmer aufs Ratingen-Festival vom 20. bis zum 22. Juli freuen. Die Open Air-Veranstaltung in der Innenstadt bietet wieder einer Mischung aus Live-Musik von Newcomern, internationalen Stars und Sternchen, Walk Acts sowie Kulinarischem. Der Eintritt gratis.

(RP)