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Ratingen: Das Beste von den Westhäkchen

Ratingen : Das Beste von den Westhäkchen

Mit ihrem ersten Auftritt auf der großen Bühne des Stadttheaters machten die "Westhäkchen", die Kabarettgruppe des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, ihrem guten Ruf alle Ehre. Das dreistündige Programm war voller kurioser, zeitkritischer Ideen.

"Best of" – das war es wirklich! Mit ihrem Auftritt im Stadttheater wurden die "Westhäkchen" ihrem guten Ruf mal wieder voll gerecht. Das dreistündige Programm aus 26 Nummern steckte voller zeit- und gesellschaftskritischer Einfälle, war mal hart und mal sensibel. Es war witzig, parodistisch, politisch und voller Fantasie. Begeisterter Applaus begleitete den gesamten Abend.

Die Zuschauer hatten allen Grund, über die mitunter wirklich kuriosen Ideen zu staunen. So war schon der erste Beitrag, die Begegnungen auf der Hundewiese, komisch und bitter zugleich. Als Pilger auf dem Jakobsweg durch Ratingen West begeisterte Jakob Hofmann in Bild und Text nicht nur mit originellen Ortsbeschreibungen, sondern vor allem mit der Gabe, unfreundliche Begegnungen in Nachdenkliches umzuwandeln.

Mehr als einmal thematisierten die Westhäkchen schlechte Zukunftsaussichten und menschenfeindliche Märkte. Das wurde in der Familie ebenso lebendig dargestellt wie in der Kneipenszene oder im Kasperletheater. Mit großer Sicherheit agierten dabei Sara und Patrick Galla, Hannah Niehaus und Daniel Vassie.

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Höchst wandelbar in ihren Rollen zwischen der Biene mit Piepsstimme und der augenrollenden Mutter in Lockenwicklern, die den Terroristen-Verdacht von ihrem Sohn abzuwälzen versucht, zeigte sich Steffi Berghoff. Wundervoll stille Szenen mit Tiefsinn streute Denis Renzel etwa mit seiner Kommunikation mit einer Eintagsfliege, dem genussvollen Schälen einer Clementine und dem raumfüllenden Kastenbau ein. Mehr als einmal kam auch das Jenseits ins Spiel, als Kneipenfantasie oder als spannender Dialog zwischen Michael Jackson und Karl Marx.

Musik kam hinzu, nicht nur als Überleitung. Besonders eindrucksvoll waren der verfilmte und instrumental begleitete Song der Gruppe hoch über Ratingen West und die maskierten Gestalten in Deutschlands Untergang.

Natürlich wurde auch Schüler- und Lehreralltag launig aufs Korn genommen. Wie liebevoll kämpfte Alice Zikeli um modernen sanften Unterricht. Mark Thalberg, Lisa Hofmann und Dahlia Kaiser komplettierten das Team, das zur Hälfte in wenigen Tagen die Schule verlässt.

Der Motor und Coach, Heiner van Schwamen, der von Inge Röhnelt vom einladenden Kulturamt der Stadt zu Beginn herzlich begrüßt wurde, aber bleibt. Er versicherte auch, dass die nächste Schüler-Generation schon in die Kabarettschuhe geschlüpft ist.

(RP)