Ratingen : Das Bechemer Carré wird gebaut

Ratingen : Das Bechemer Carré wird gebaut

Es ist zu Irritationen gekommen, weil sich auf der Baustelle nichts mehr tut. Die Stadt gibt Entwarnung.

Nicht wenige Bürger, vor allem die, die in der Innenstadt wohnen, wollen wissen, wie es mit dem Bechemer Carré weitergeht. Das Areal an der Ecke Bechemer Straße/Europaring war vor Monaten freigeräumt worden. Nun tut sich nichts mehr. Doch es wird sich bald was tun, versichert Jochen Kral, der Technische Beigeordnete. Wenige, aber eben nicht unwichtige Fragen seien noch zu klären. Der Planungsdezernent geht davon aus, dass ab dem Herbst gebaut werden kann. Der Zeitplan verzögere sich um wenige Monate, meinte er. Kral hielt sich mit weiteren Aussagen zurück, man werde die noch offenen Fragen intern klären. Das Wichtigste: Das Projekt droht nicht zu scheitern. Es kommt – nur eben später.

Das Ganze gibt es bisher auf jeden Fall als Modell. Und es zeichnet sich ab, dass das neue Bechemer Carré an der Ecke Bechemer Straße/Europaring zum großen Blickfang wird. Die Stelle (nur fünf Minuten vom Marktplatz entfernt) ist attraktiv – trotz des nicht unerheblichen Verkehrs. Planer, Investor und Stadt sind höchst zufrieden mit den Planungen.

„Es ist uns als Genossenschaft besonders wichtig, Wohnraum zu schaffen, der nicht nur eine Klientel bedient, sondern Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Lebenssituationen zusammenzubringt“, erklärte Juan Carlos Pulido, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft (WG) Essen-Nord, bei einem früheren Gespräch mit der RP.

Das Gebäude werde seinen zukünftigen Bewohnern 46 Wohneinheiten mit einer Wohnfläche von rund 3.560 m² bieten. Die Größe variiere dabei zwischen 50 m² und 120 m² – es kann sich um eine kleine Single-Wohnung im Erdgeschoss oder beispielsweise um eines der vier jeweils zweigeschossigen Stadthäusern handeln, die in den Baukörper integriert sind. Die Ausstattung der Wohnungen werde wertig sein und mit einer voraussichtlichen Kaltmiete zwischen 10,50 und 11,50 € pro m² deutlich unter Ratinger Spitzensätzen liegen.

Zudem profitierten zukünftige Bewohner vom genossenschaftlichen Grundsatz, Mieten langfristig stabil zu halten. „Die Miete wird von Jahr zu Jahr sogar attraktiver, betrachtet man die Mietpreissteigerungen im Umfeld. Gerade durch die Zusammenarbeit mit Essen-Nord können wir Menschen nachhaltigen und beständigen Lebensraum bieten. Das war eines unserer Ziele“, betonte Kral. 

Zu allen Wohneinheiten gehören Pkw-Stellplätze in der selben Anzahl, die, dem gedrängten urbanen Umfeld entsprechend, in einer Tiefgarage realisiert werden.

Ein besonderes gestalterisches Element an der Fassade sind die vorgesehen Loggien. „Diese werden in lockerer Reihenfolge spielerisch platziert und fungieren gleichzeitig als Balkone für die darüberliegenden Wohnungen“, erläuterte Architekt Holger P. Hartmann die Pläne.

Bürgermeister Klaus Pesch betonte bei der Vorstellung des Projektes: „Dieses Grundstück war lange Zeit ein Problemkind, für das keine gelungene Lösung gefunden werden konnte. Mit dem Zutritt der WG Essen-Nord entwickelt es sich zu einer Glücksgeschichte, denn nun haben wir nicht nur ein Wohnobjekt, sondern eine städtebauliche Lösung, die sich perfekt zwischen Stadthalle und Innenstadt eingliedert.“