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Dank Bundeskanzlerin fanden Flüchtlinge in Ratingen eine neue Heimat

Ratingen : Ratinger Syrer danken Angela Merkel

40 Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, die im Jahr 2015 nach Ratingen kamen, schicken einen Brief an die Bundeskanzlerin auf die Reise. Künstlerin Helda Kutish porträtiert Angela Merkel in Öl.

() Rund 40 Unterzeichner eines Briefes haben mehr als ihre Heimatländer Syrien und Irak gemeinsam. Sie haben turbulente Zeiten hinter sich, in denen sie ihre Heimat verlassen haben, um in der Fremde eine neue Heimat zu finden. Und sie alle leben heute in Ratingen.

Möglich gemacht hat das eine – wenn auch nicht unumstrittene – politische Entscheidung der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel. Deren Amtszeit endet nun in wenigen Tagen. Diese verbleibende Zeit will die Interessengemeinschaft Ratinger Syrer in der Volkssolidarität Ratingen nutzen, um einen Brief auf die Reise zu schicken.

„Wir mussten unsere Heimat verlassen, weil wir um unsere Leben fürchteten, weil wir plötzlich die falsche Religion hatten oder nicht auf unsere Landsleute schießen wollten, oder weil wir Frauen waren“, heißt es unter anderem in dem Brief. Und weiter: „Wir brachen auf ins Ungewisse und viele verloren ihr Leben dabei. Sie, Frau Merkel, haben gegen viele Widerstände in Politik und Gesellschaft entschieden, dass Deutschland Flüchtlinge wie uns einfach so aufnimmt. Dank Ihrer Entscheidung haben viele tausend Geflüchtete Frieden und Sicherheit gefunden und damit die Chance, sich eine neue Zukunft aufzubauen.“

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Einer der Unterzeichner ist Mohammad Ahmad: „Wir sind dankbar, dass Deutschland uns aufgenommen hat. Wir können hier frei und ohne Angst vor Repressalien an unserer Zukunft arbeiten“, begründet er, warum es ihm ein Bedürfnis ist, Angela Merkel persönlich zu danken.

Issa Ahmad erinnert sich noch gut an das Jahr 2015: „Während viele Politiker aus der Krise politisches Kapital schlagen wollten, hat Angela Merkel eine menschliche Geste gezeigt und uns die Türen geöffnet und die Hand gereicht“ sagt der Ratinger. „Ihr war unser Schicksal nicht gleichgültig.“ Muna Jabr ergänzt: „Unsere Kinder haben jetzt die Möglichkeit, ihre Zukunft selbstständig zu gestalten.“

Ein besonderes Abschiedsgeschenk hat Helda Kutish vorbereitet. Auch sie kam 2015 auf einer abenteuerlichen Reise aus Syrien nach Ratingen. „Ich kann hier ohne Angst um mich und meine Familie leben“, sagt sie. „Viele Menschen mussten wie ich wegen unserer Überzeugungen flüchten.“ Kutish ist Künstlerin. Papier und Bleistift haben ihr auf der langen Reise Kraft gegeben. Nach ihrer Flucht verarbeitete sie ihre Eindrücke und Erlebnisse mit Ölbildern, die meist Kinder zeigen, aus deren Augen immer noch Hoffnung leuchtet. Helda Kutish musste in Ratingen noch einmal von vorne beginnen, ist jetzt aber dabei auch in ihrer neuen Heimat als Künstlerin Fuß zu fassen. Möglich gemacht hat es eben diese Entscheidung der Bundeskanzlerin. Deshalb wird diese in den nächsten Tagen ein Ölbild mit ihrem Porträt erhalten. Gemeinsam mit den dankenden Worten der Interessengemeinschaft.

Ob sie mit einer Antwort von Angela Merkel rechnen können, wissen die Absender natürlich nicht. Ihnen ist es einfach ein Bedürfnis Danke zu sagen.