1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Coronavirus verschont Hilden und Haan bislang

Lungenkrankheit : Corona: Desinfektionsmittel ausverkauft

Der Verdacht in Haan hat sich als Fehlalarm herausgestellt. Das Gesundheitsamt appelliert, Hygienestandards sehr ernst zu nehmen. Einige Bürger füllen durch Großeinkäufe ihre heimischen Vorratskammern.

 Der Haaner Patient, der wegen Corona-Verdachts im St.-Josef-Krankenhaus behandelt und bereits entlassen worden ist, ist nicht der einzige Kranke im Kreis Mettmann, bei dem im ersten Schritt besondere Vorkehrungen getroffen worden sind. „Aber das sind alles keine Verdachtsfälle – bis zu diesem Moment gab es im gesamten Kreis Mettmann noch keinen Verdachtsfall“, erklärt Dr. Rudolf Lange, Leiter des Kreisgesundheitsamtes.

Denn der Begriff umschreibt einen ganz klar umrissenen Zustand: So muss der Patient einerseits die typischen Symptome zeigen, andererseits aber auch ein betroffenes und vom Robert-Koch-Institut als solches ausgewiesenes Risikogebiet besucht haben oder Kontakt mit Menschen gehabt haben, die nachweislich an einer Corona-Infektion erkrankt sind. Und diese Konstellation ist im Kreis noch nicht vorgekommen. Alles andere, wenn beispielsweise nur die Symptome auftreten, sind Vorverdachtsfälle. „Wir hoffen auch, dass es so bleibt“, sagt Lange. Jetzt mache es noch Sinn zu versuchen, eine Ausbreitung des Coronavirus‘ zu verhindern. „Anders als das Influenzavirus, das durch den Kreis und die ganze Welt wabert, hat sich das Coronavirus noch nicht so weit ausgebreitet“, erklärt Lange. Um im Zweifel beide Krankheitserreger aufzuhalten, appelliert der Mediziner, Hygienestandards penibel einzuhalten. Der Kreis hat auf seiner Internetseite Verhaltensregeln aufgelistet: regelmäßiges, gründliches Händewaschen. Niesen in ein sofort zu entsorgendes Papiertaschentuch. Husten in die Ellenbeuge, nicht in die Hand.

Wer aktuell an einem fieberhaften Infekt leidet, ist höchstwahrscheinlich von der derzeit hochakuten Grippewelle betroffen, so der Kreis. „Im Kreis Mettmann sind Influenza-Patienten in einem dreistelligen Bereich gemeldet worden“, erklärt  Lange. „Und das sind nur die Zahlen, die durch die Labore bestätigt worden sind.“ Die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Die Gefahr, an der echten Grippe zu erkranken, ist also momentan noch deutlich höher, sich das Coronavirus einzufangen. Wer an den typischen Symptomen leidet und kürzlich aus einer Region zurückgekehrt ist, in der gehäuft Corona-Fälle aufgetreten sind, sollte unbedingt seinen Hausarzt anrufen. „Unangemeldete Praxisbesuche sollten unterbleiben“, erklärt Rudolf Lange.

Rudolf Lange leitet das Kreisgesundheitsamt. Foto: Janicki, Dietrich (jd-)

Darauf macht auch die Stadt Ratingen aufmerksam. Bereits am Mittwoch ist hier der Krisenstab einberufen worden. „Die Feuerwehr hat umgehend eine größere Menge hochwertiger Desinfektionsmittel und entsprechende Spender bestellt, die bei Bedarf an alle Schulen, Kitas, Seniorentreffs und andere öffentliche Gebäude ausgegeben werden können“, sagt der Erste Beigeordnete Rolf Steuwe. Die Ratinger Feuerwehr hat das Mittel bestellt, das in den Rettungswagen verwendet wird.

Die Ratinger scheinen sich derweil auf einen möglichen Corona-Ausbruch vorbereiten zu wollen. Am Donnerstag registrierten die Supermärkte in der Stadt Großeinkäufe der Kunden. Ein Sprecher von Ratio an der Daniel-Goldbach-Straße in Tiefenbroich bestätigte auf Anfrage, dass die Regale mit Konservendosen, bevorzugt Eintöpfe, Nudeln und Reis quasi leer geräumt waren. Auch in anderen  Supermärkten sah es nicht besser aus. Einige Ratinger hatten Fotos leerer Regale in den sozialen Medien gepostet.

Allerdings, so der Ratio-Sprecher müsse niemand Angst haben, dass er am Samstag nichts mehr einkaufen könne. „Wir bestellen jeden Tag Ware und werden auch jeden Tag beliefert“, sagt er. Bei Lebensmitteln sei die Nachlieferung kein Problem. Anders dagegen sehe es bei Desinfektionsmitteln aus. Denn die sind derzeit nicht lieferbar.