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Coronavirus:Ukrainische Kinder bleiben Zuhause

Wegen Corona-Krise : Ukrainische Kinder bleiben Zuhause

Die „Aktion Tschernobyl“ in Heiligenhaus musste wegen der Corona-Krise die für Juni geplante Ferienmaßnahme absagen. Der Erholungsurlaub ist allerdings nicht gestrichen, sondern nur auf das nächste Jahr verschoben.

Auch die „Aktion Tschernobyl“ leidet unter dem Coronavirus. „Wir müssen zuhause bleiben“ heißt es für die ukrainische Kindergruppe, die im Sommer nach Heiligenhaus kommen sollte, wie es nun schon seit 1992 Tradition ist.

Aufgrund der Corona-Pandemie, die auf der ganzen Welt um sich greift, musste die „Aktion Tschernobyl“ die Einladung schweren Herzens absagen. Die Entscheidung ist dem Team der „Aktion Tschernobyl“ rund um Gaby Slotta auch deswegen nicht leicht gefallen, weil der diesjährige Besuch der jungen Ukrainer mit viel Aufwand schon bis in alle Einzelzeiten durchorganisiert war und es auch diesmal wieder viel Unterstützungsbereitschaft in Heiligenhaus und Umgebung gab. Die Einladung ist aber nur verschoben, es ist schon ein Termin für das nächste Jahr festgelegt, auch deswegen, weil Hilfe gerade nach dieser schwierigen Zeit wohl besonders gebraucht wird.

Gaby Slotta hält regelmäßigen Kontakt zu den Organisatoren in der Ukraine sowie auch zu Eltern und Kindern. „Die Situation dort ist ähnlich wie hier, auch wenn man von dort nicht so viel hört“, schildert Slotta die Lage. „Es gibt Ausgehverbote, Gottesdienste werden im Fernsehen übertragen, die Kinder gehen nicht zur Schule“, sagt Slotta. Sicherlich hätten sich die Kinder auf ihren Besuch in Heiligenhaus gefreut, „aber alle wissen, dass es jetzt nicht geht“.

Die Besucherkinder waren bereits Ende vergangenen Jahres ausgesucht worden und in Heiligenhaus war die Planung des Programms schon weit vorangeschritten. Auch bei den Partnern der „Aktion Tschernobyl“, die regelmäßig die Kinder zum Kegeln und Tennis einladen. Auch der Besuch beim Bürgermeister war terminiert. Anfang des Jahres hatte Slotta noch gehofft, dass es im Juni klappen könnte. „Da hat man die ganze Situation noch nicht so ernst genommen“, sagt sie. Doch nun war für sie der Zeitpunkt gekommen, alles abzusagen und auch die Partner zu informieren, dass alles auf das nächste Jahr verschoben ist. Bis dahin wird das achtköpfige  Team von Gaby Slotta weiterhin regelmäßig Kontakt mit der Ukraine halten. Dazu gehören auch Briefe, die vor allem zu Feiertagen geschrieben werden.

Die „Aktion Tschernobyl“, die schon seit rund zehn Jahren dem Deutschen Roten Kreuz angegliedert ist, möchte außerdem ein herzliches Dankeschön sagen an alle, die sie in all den Jahren unterstützt haben. Denn  ohne die Heiligenhauser Vereine, die für die Besuche der ukrainischen Kinder immer wieder etwas auf die Beine stellen, könnte das Besuchsprogramm nicht so abwechslungsreich gestaltet werden. Und auch über Geldspenden freuen sich die Helfer, die dank des DRK auch Spendenbescheinigungen ausstellen können.