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Landwirt : Corona-Krise erschwert Spargel-Ernte

Landwirt : Corona-Krise erschwert Spargel-Ernte

Die Auflagen sind hoch, wie der Blick auf die Arbeit von Landwirt Jürgen Benninghoven zeigt.

Die Corona-Krise beeinflusst auch die heimische Landwirtschaft. Besonders für die laufende Spargel-Saison bedeutet das erschwerte Bedingungen auf verschiedenen Ebenen.

Dennoch verspricht die Ernte eine gute Qualität. Ortstermin Bauerncafé: Trotz des besten Terrassenwetters ist der idyllische Gastronomie-Bereich des Bauerngartens geschlossen. Nicht das Einzige, was Gastgeber Jürgen Benninghoven Corona-bedingt zusetzt. Beim Ratinger Landwirt schlägt die gegenwärtige Ausnahmesituation voll durch auf eines seiner „Steckenpferde“, den Spargel.

„Durch den vorübergangenen Einreisestopp war unser dringend benötigtes Fachpersonal zu spät hier“, so Benninghoven. Und das könne eben nicht einfach so durch kurzentschlossene freiwillige Helfer aufgefangen werden.

„Davon hatten wir zwar reichlich, aber fürs Spargelstechen müssen sie erst aufwendig angelernt werden. Und wenn sie dann andere Verpflichtungen haben, wie beispielsweise Schulprüfungen, führt das zu fehlender Planungssicherheit. Zudem arbeiten erfahrene Kräfte natürlich deutlich produktiver, als Anfänger.“

Auch die Idee, den harten Job auf möglichst viele Schultern zu verteilen, verfange nicht, denn in Pandemie-Zeiten bedeutet jeder weitere Helfer ein zusätzliches potentielles Ansteckungsrisiko. Die Folge dieser fehlenden Schlagkraft zum Erntestart: Insgesamt weniger Ertrag. „Denn wenn der Spargel reif ist, muss er geerntet werden“, erklärt Benninghoven, „sonst geht die Pflanze ins Laubwachstum, schiebt keine weiteren Stangen nach und wird als Nahrungsmittel unbrauchbar.“

Doch die Corona-Krise ließ die ausländischen Ernte-Experten ihre Arbeit nicht nur verspätet beginnen, sondern auch nur unter besonderen Quarantäne-Auflagen, was dem Bauern weiteres Ungemach beschert: „Dadurch sind Transport und Unterbringung unserer Helfer viel aufwendiger und damit teurer als üblich“, verrät er. Denn sowohl auf Reisewegen als auch bezüglich der Unterkünfte brauche es nun größere Abstände beziehungsweise räumliche Trennungen.

Überhaupt hat sich der organisatorische Aufwand spürbar vergrößert. „Unsere Mitarbeiter-Teams können im Sinne der Kontaktsperre nicht, wie sonst üblich, gemischt werden“, sagt Benninghoven mit Blick auf die vielen weiteren Erzeugnisse seines Bauerngartens wie Pflaumen, Kirschen, Äpfel oder Kürbisse, „denn die müssen ja auch weiterhin gepflegt werden, auch wenn sie erst zu anderen Jahreszeiten geerntet werden“.

Unterm Strich führen die besonderen Umstände in diesem Jahr dazu, dass der Spargel in der Produktion deutlich teurer ist als gewöhnlich. „Wir müssen mit mindestens zehn Prozent an höheren Kosten rechnen“, sagt Benninghoven. Gleichzeitig machen dem Spargel-Experten die fehlenden Abnehmer in der Gastronomie zu schaffen, wo er ansonsten auftragsstarke Stammkunden hat. Doch wo Restaurants geschlossen bleiben müssen, sinkt naturgemäß die Nachfrage gegen Null.

Deswegen hofft er allgemein auf ein verstärktes Bekenntnis zu lokalen Erzeugnissen: „Wir wollen bei unseren Kunden das Bewusstsein wecken, den heimischen Spargel zu kaufen“, betont er und versichert: „In Ratingen angebauter Spargel ist etwas Besonderes in Qualität und Auswahl, vom Sackerhof in Tiefenbroich über Schlüter in Lintorf und den Schwarzbachhof in Homberg bis zu uns.“ Und ein lokaler Einkauf hilft, das trotz Corona-Krise zu erhalten. So sehen es auch andere Landwirte aus der hiesigen Region.