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Club geht optimistisch ins Jubiläumsjahr

Heiligenhaus : Club geht optimistisch ins Jubiläumsjahr

Das 45-jährige Bestehen des Heiligenhauser „Zentrums für Freizeit und Kultur“, dem Club, startet anders als gewohnt. Die Planer legen trotz der Corona-Krise ein Programm vor.

Ein ungewöhnlich stilles Jahr liegt hinter dem Club und seinem Team. „Das Leben fehlt hier“, sagte Club-Chefin Edelgard Eichberg bereits im Frühjahr über das Haus an der Hülsbecker Straße. Es wurden lang anstehende Renovierungsarbeiten durchgeführt und aufgeräumt.

Was sich in den ersten Wochen nach dem März-Lockdown noch wie Sommerferien anfühlen sollte, wurde in den kommenden Monaten nur von wenigen Ausnahmen unterbrochen. Die Kinderbetreuung und ein Kursprogramm unter sämtlichen Hygienemaßnahmen sorgten für einen Hauch von Normalität, Konzerte fielen, bis auf wenige Ausnahmen, einfach weg. Kurzerhand stemmte das Team aus der Not geborene Lösungen wie die Stripped-Down-Sessions von regionalen Künstlern, die ohne Publikum vor Ort, dafür aber per Video an die Club-Fans und die die es werden wollen gesendet wurden, ein Livestream-Konzert und den beeindruckenden Adventskalender, der auch nach der Weihnachtszeit noch einen Klick wert ist. Gezeigt hat all das, wie kreativ der Club mit der Krise umgegangen ist, welches künstlerische Potential hier alles andere als schlummert – und trotzdem zeigt es nur einen Teil der Vielseitigkeit, die das „Haus der 100 Türen“ bietet.

Die Türen blieben zu. So eine Zeit hat es hier noch nie gegeben. Dabei blickt das Haus auf eine lange Geschichte zurück. Aus dem Jugendfreizeitheim, das in den 1950er Jahren gebaut wurde, ist 1976 das Heiligenhauser „Zentrum für Freizeit und Kultur“ mit neuer Ausrichtung geworden. Anlass dazu war damals die Fertigstellung des Anbaus, der das Haus damals noch einmal vergrößert hatte und damit mehr Platz für vielseitigere Angebote bot. In dieser Zeit etablierte sich auch der etwa griffigere Name „Club“. Und damit steht in diesem Jahr das 45. Jubiläum einer besonderen Einrichtung an, aber ob das auch gefeiert gebührend gefeiert werden kann, bleibt erst mal offen.

In das neue Jahr startet das Club-Team vorsichtig, aber optimistisch: „Ohne voreilig zu klingen“ hat es trotzdem ein Programm geplant, das natürlich den geltenden Coronabestimmungen unterliegt und an die aktuellen Lockdown-Regelungen gebunden ist. Kinderprogramm wie Kino, Disco und Theater für die kleinen Heiligenhauser steht dabei ebenso wieder auf dem Plan, wie Kabarett, Comedy, Flohmarkt und erste Konzerte.

Und auch die Eröffnung der Fußball EM der Herren am 11. Juni, live auf der Club-Leinwand, ist schon im Terminkalender vermerkt und macht zumindest ein bisschen Hoffnung auf die Rückkehr zu einer Normalität, wie auch immer die aussehen mag. Dazu stehen noch einige verschobene Veranstaltungen aus dem Vorjahr an.

Der Club hat Generationen geprägt. Als Mitte der 80er Jahre die Besucherzahlen zurückgingen, wurden neue Konzepte erarbeitet, das Kursangebot wurde ausgebaut und damit vom Jugendfreizeitheim tatsächlich zu einem „Zentrum für Freizeit und Kultur“ für mehrere Generationen. Ab Herbst 2009 wurde der Club noch einmal umgebaut. Neue Toilettenanlagen, ein neuer Eingangsbereich samt neuer Fensterfront, das gut 40 Quadratmeter größer wurde, energetische Maßnahmen und dazu Renovierungen zum Beispiel des Kinderbereichs. Der älteste Gebäudeteil stammt noch von 1949.