Chor : Frohsinn bietet filmreifes Musiktheater

Mit der Welturaufführung von „Kino Nostalgia“ feierte die Chorgemeinschaft am Samstag eine umjubelte Hommage.

Die Popcorntüten rascheln noch leise, als das Licht im Saal erlischt, in dem die süße Knabberei längst ihren unverwechselbaren Duft verbreitet hat. An diesem Samstagabend riecht es buchstäblich nach Kino in der Kant-Aula, die der Frohsinn-Chor beinahe wie im Handumdrehen zum Programmkino verwandelt.

Es läuft „Kino Nostalgia“, eine Welturaufführung aus der Feder von Chorleiter Thomas Melcher, mit der es der Chorgemeinschaft von mehr als 45 Akteuren gelingt, etwas ziemlich Besonderes auf die Bühne zu bringen – nämlich eine Hommage an das Kino und das Musiktheater gleichermaßen und das mit lokalem Heiligenhauser Bezug.

Es geht um ein fiktives Programmkino in der Stadt, dem „Kino Nostalgia“. Auf dessen Leinwand laufen (mit von Chormitgliedern neu interpretierten Filmszenen) große Filmklassiker wie „Endstation Sehnsucht“, „Psycho“ oder „Casablanca“, die aber will kaum noch einer sehen.

Und so droht das Kino pleite zu gehen. Es entspannt sich eine Handlung im Stil der goldenen Hollywood-Ära, die den Rahmen bietet für ein breites Potpourri an Filmmelodien, die von „Irgendwo auf der Welt“ der Comedian Harmonists (aus „Ein blonder Traum, 1932) bis hin zum frischen „The Greatest Showman“ (2017) reichen. Der Clou: Die Stücke wurden zum Teil eingedeutscht und passend auf die Handlung zugeschnitten.

Für wunderbare Livemusik und kleine Medleys weiterer Filmmelodien sorgten die Velberter Musiker von „Foss Doll“.

Arrangiert, bearbeitet und geschrieben hat das einfallsreiche Musiktheater-Erlebnis Chorleiter Thomas Melcher, der natürlich auch auf dem Regiestuhl Platz nahm.

Inspiriert hat ihn nicht nur die Kant-Aula, sondern auch so manches Chormitglied. Und so wurden neun Solisten erstmals auch zu Schauspielern und Tänzern, die mit viel Spielfreude, Charme und Timing beeindruckten.

Dabei hat es das Ensemble geschafft, die Geschichte mit feinen Charakterzeichnungen zu präsentieren und neben lauten Lachern in der sehr gut besuchten Aula auch für berührende Momente zu sorgen. Es ist ein Plädoyer für die großen, vor allem aber die kleinen Geschichten im Kino, für das Musiktheater und für den Mut, auch als Hobby-Chor einfach mal neue Wege zu wagen und Freude an einem neuen Projekt zu haben.

Übrigens immer gesucht: Mitsingende, die Spaß an der Musik haben. www.frohsinn-heiligenhaus.de

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