Ratingen: Busbahnhof wird komplett umgebaut

Ratingen: Busbahnhof wird komplett umgebaut

Serie Verkehr: Bald beginnen die Arbeiten. Straßenbahnschienen werden mit Schall- und Rumpelschutz ausgestattet.

Noch ist alles beim Alten am Busbahnhof: Wer zum Beispiel mit dem Bus aus Lintorf kommt, muss erst einmal den kompletten Düsseldorfer Platz überqueren, wenn er die Straßenbahn erreichen will - bequeme ÖPNV-Nutzung sieht anders aus, ist aber in greifbarer Nähe. Bürgermeister Klaus Pesch hatte im Wahlkampf immer wieder betont, wie wichtig dieses Projekt für die Innenstadt ist. Und deshalb bleibt es derzeit auch noch Chefsache. Was allerdings vor allem der Tatsache geschuldet ist, dass der neue Baudezernent seinen Posten erst im Herbst antritt.

Der Düsseldorfer Platz muss an die neuen Bahnen der Wehrhahn-Linie angepasst werden. Das ist auch eine Chance fürs Eingangstor der Stadt, die der neue Bürgermeister Klaus Konrad Pesch nutzen will. Foto: Achim Blazy

Und da sollen die Arbeiten schon begonnen haben. Elf Millionen Euro soll die Umgestaltung dieses zentralen Platzes kosten. Die Stadt ist hier einer von vielen Beteiligten, auf deren Schultern sich die Kosten verteilen: "Das fordert aber natürlich auch immense Koordinierungsaufgaben", so Pesch. Das Problem: Die Umgestaltung des Düsseldorfer Platzes steht in direktem Zusammenhang mit der Eröffnung der Wehrhahn-Linie in Düsseldorf, wenn dann die dortigen Tunnel endgültig fertiggestellt sind. Dann wird die 712 zur U72 und soll die Endhaltestelle in Ratingen Mitte ohne die lästige Schleife über die Haltestelle Grabenstraße nutzen können.

Für die Stadtkasse hatte Pesch, damals noch als Bürgermeisterkandidat, auf der RP-Podiumsdiskussion schon eine gute Nachricht parat: "Durch Fördermittel sind die Kosten für die Stadt schon unter zwei Millionen Euro gesunken." Und das übrigens trotz des umstrittenen Glasdachs über dem kombinierten Bus- und Bahnsteig. Das Versprechen des Verwaltungschefs: "Ende 2015 ist alles fertig." Dass das von den Ratingern viel Geduld fordert, weiß auch Pesch: Zwei große Bauprojekte in unmittelbarer Nachbarschaft- das Rathaus ist ja nur einen Steinwurf entfernt- bringen naturgemäß Belastungen mit sich. Zumal die Arbeiten am Düsseldorfer Platz auch Einschränkungen für Bus- und Straßenbahnkunden mit sich bringen werden. "Doch diese Einschränkungen werden sich lohnen. Am Ende bekommt der Busbahnhof als Einfallstor in die Innenstadt ein ganz tolles neues Gesicht", sagt Pesch.

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Mit dem Umbau des Busbahnhofes soll auch die Lärmbelästigung der Anlieger entlang der Düsseldorfer Straße letztlich reduziert werden. Die Schienen werden mit speziellem Schall- und Rumpelschutz ausgestattet. Außerdem soll die Düsseldorfer Straße einen doppelt so breiten Bürgersteig mit Bäumen sowie einen separaten Radfahrstreifen auf der Ostseite erhalten.

Doch nicht nur die Anwohner können sich freuen, auch für die Fahrgäste soll es nach dem Umbau wesentlicher komfortabeler sein, Bus und Straßenbahn zu nutzen. Das Umsteigen für die Fahrgäste erfolgt zukünftig auf einem zentralen Bahnsteig viel übersichtlicher und ohne Lauferei und Regennässe Dank des Daches.

Es gab sogar noch weiter führende Ideen. Eine sah vor, dass Hertiehaus zu kaufen, abzureißen und die Endhaltestelle der Straßenbahn dorthin zu verlegen. Was nicht schlecht klingt, scheiterte letztlich daran, dass diese Varianten die Kosten um ein Vielfaches nach oben getrieben hätte. Froh ist übrigens die Polizei, deren Alarmausfahrt durch die Baumaßnahmen wohl stark behindert worden wäre, dass sich die Planung etwas hingezogen ist. Wenn die größten Baumaßnahmen beginnen, sind die Beamten aus der alten Wache schon am neuen Standort eingezogen.

(wol)
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