Bundesverbraucherzentrale, Kreis und Kommune lassen Solarthermie-Anlagen prüfen.

Energiesparen : Solaranlagen kommen auf den Prüfstand

Bundesverbraucherzentrale, Kreis und Kommune lassen Solarthermie-Anlagen checken. Begrenztes Gratis-Kontingent, schnell anmelden.

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass längst nicht alle privaten Solaranlagen die versprochenen Einsparungen oder Gewinne abwerfen: Die wahren Daten bekommt man nur im laufenden Betrieb. Wer Zweifel an seiner Solarthermie-Heizung hat oder Verbesserungspotenzial sucht, kann im Rahmen einer Aktion einen Spezialisten kommen lassen: Die Gratis-Termine sind  auf 15 begrenzt, eine schnelle Anmeldung lohnt sich also. Ansonsten schlagen solche Prüfungen mit etwa 30 Euro zu Buche. Kämmerer Martin Gentzsch, Klimabeauftragte Elena Plank, Energieberaterin Susanne Berger und  Peter Wobbe von Twickel vom Kreis Mettmann stellten die Aktion jetzt vor.

Beratungen bei der Anschaffung einer Solaranlage für Privatleute gehören schon lange zum Angebot von Verbraucherzentrale und Kreis: Nun soll auch der laufende Betrieb unter die Lupe genommen werden. Offenbar gibt es da auch enttäuschte Gesichter bei den Hausbesitzern. Susanne Berger: „Leider geht die Rechnung in der Praxis nicht immer auf. Im Echtzeitbetrieb sparen die Anlagen manchmal weniger als erhofft.“ Wer also Zweifel an der Leistungsfähigkeit der Sonnenanlage hat, sollte sich einen Experten ins Haus holen: Unabhängige Energieberater schauen sich zweimal die Anlage an, installieren beim ersten Besuch Messgeräte, die dann im Anschluss ausgewertet werden.

Ein wichtiger Indikator, so Berger, sei dabei der Wärmeverlust durch den Speicher, wenn die Sonne mal nicht scheint oder des nachts: „Er sollte nicht mehr als drei Grad verlieren.“ Auch die Kommunikation zwischen Heizkessel und Solaranlage werde gecheckt. Zwischen den beiden Prüfterminen muss mindestens ein Sonnentag liegen, damit die Wärmeanlage unter realen Bedingungen geprüft werden kann.

Die Aktion Solarwärme-Check läuft noch bis zum 30. September 2019. Die Analysen haben nach Angaben der Verbraucherzentrale einen Wert von 422 Euro, werden allerdings durchs Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert, macht dann 30 Euro. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis ist der Check sogar kostenlos.

Der Kreis spendiert jeweils fünf Beratungen in jeder Stadt, die Stadt Ratingen gibt zehn dazu: Die ersten 15 Checks sind also gratis. Vom Kreis Mettmann wird die Aktion im Rahmen der Initiative Altbauneu unterstützt. „Eingesparte Energie ist die beste Energie“, so Peter Wobbe von Twickel. Auch die Stadt ist motiviert. Martin Gentzsch, gleichzeitig Umweltdezernent: „Um unsere Klimaschutzziele zu erreichen, müssen wir gerade im Bereich des Wärmesektors viel Energie sparen — die regenerative Wärmeerzeugung durch Solarthermie ist dabei eine ideale Lösung.“ Die Stadt betreibt zwei Solarthermie-Anlagen: Sie stehen auf dem Dach der Turnhalle des Schulzentrums Lintorfs und auf den neuen Bauten der Unterkunft Am Sondert in Breitscheid. Klimamanagerin Elena Plank wirbt für weitere Investitionen: „Bei der Warmwassererzeugung durch Solarthermie entstehen keine klimaschädlichen Treibhausgase.“

Das Nachrüsten bestehender Heizungsanlagen sei aufwändig, sagte Berger. Vernünftig ist es, sich über alternative Heizsysteme Gedanken zu machen, wenn die alte Anlage ausgedient hat. Dann aber könne sich Sonnenwärme, die nur fürs Warmwasser genutzt wird, durchaus auch für kleinere Haushalte lohnen, so Berger.