Kreis Mettmann: Bützen, aber richtig — die Regeln fürs Jecksein

Kreis Mettmann : Bützen, aber richtig — die Regeln fürs Jecksein

Am Donnerstag ist Altweiber, und dieser Tag gilt als der Tag im Jahr, an dem am häufigsten gebützt wird. Doch immer noch nicht jeder im Rheinland kennt die Gepflogenheiten des Bützens.

Bützen ist so etwas wie Küssen, aber eben nur so "wie Küssen". Bützen im engeren Sinne beschränkt sich zudem auf den Karneval. Derjenige, der bützt, gibt dem, der gebützt wird, ein "Bützje". Damit ist kein feuchter Kuss gemeint, sondern: Der, der bützt, herzt den anderen Jeck, drückt ihm ein Küsschen auf die Wange und somit aus: Hey, dich find' ich nett! Oder auch: Ich bin gut drauf, ich hoffe, du auch! Oder: Helau! Oder: Alaaf!

Foto: Grafik: Markus Müller

Normalerweise geschieht das Bützen in einer Runde feiernder Freunde. Doch auch unter Wildfremden wird bei Gelegenheit gebützt. Es wird allgemein als okay angenommen, dass ein männlicher Jeck einer fremden Jeckin ein "Bützje" auf die Wange setzen darf.

Richtiges Küssen, also Knutschen, gehört allerdings nicht zu der Kategorie "Bützje". Das gilt auch für Tätigkeiten wie Abschmatzen, Züngeln oder Mund-zu-Mund-Beatmung. Wichtig ist zudem der Hinweis: Bützen ist ein Zweck an sich und sollte nicht auf ein Mittel zum Zweck (des Anmachens) reduziert werden. Dies schließt nicht aus, dass dem Bützen eine Annäherung folgt, die in einen intimeren Umgang als bloßer Umarmung mündet.

Doch sollte das Bützje nicht als Vorstufe hierzu betrachtet werden. Sonst könnte es mit falschen Erwartungen kontaminiert werden, was auf seiten der Gebütztwerdenden eine Abwehrhaltung zu befördern droht: Iiii, schon wieder so ein Schmierlappen, der die Lippen spitzt. Richtig bützen heißt also: So bützen, dass auch die, die nach mir bützen, noch unbekümmert bützen können.