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Ratingen: Bürgermeister zieht im Juni ins Rathaus

Ratingen : Bürgermeister zieht im Juni ins Rathaus

Am Eutelis-Platz schafft man mehr Raum für neue Kita-Plätze – mit Folgen für den Verwaltungsvorstand.

Nun soll alles doch recht schnell gehen. Und Bürgermeister Klaus Konrad Pesch hat allen Grund dazu, aufs Tempo zu drücken. Wie er im RP-Gespräch betonte, wird er zusammen mit dem Verwaltungsvorstand (bis auf den Technischen Beigeordneten Jochen Kral) bereits in der ersten Juni-Hälfte ins neue Rathaus ziehen. Pesch und sein Team machen Platz für neue Kita-Räumlichkeiten, die im Gebäude am Eutelis-Platz entstehen sollen. „Wir hätten in dieser Umbau-Phase in diesem Gebäude nicht mehr arbeiten können“, betonte er, „deshalb ziehen wir jetzt um, und ich hoffe, dass der komplette Umzug der Belegschaft vor den Sommerferien funktionieren wird.“

Rückblick: Der Rat hatte Nägel mit Köpfen gemacht. Die bestehende kleine U3-Kita „Westhäkchen“ am Eutelis-Platz soll voraussichtlich bis Ende des Jahres 2019 um fünf Gruppen erweitert werden. Dann können dort in sieben Gruppen 34 unter dreijährige und 94 über dreijährige Kinder betreut werden. „Damit können wir den Rechtsanspruch im Planungsraum Mitte-Schwarzbach mehr als erfüllen“, sagte Jugenddezernent Rolf Steuwe. „Ein neuer Kindergarten An der Lilie oder an der Schwarzbachstraße ist nicht mehr erforderlich.“

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Die Einrichtung am Eutelis-Platz begann 2009 als Firmen-Kita von Vodafone. Bereits nach zwei Jahren wurde sie jedoch für die Allgemeinheit geöffnet und wird mit Blick auf das Kinderbildungsgesetz als so genannter „zweigruppiger Kindergarten mit dem Gruppentyp II (je zehn Kinder unter drei Jahren) geführt. Träger ist die KinderHut gGmbH aus Essen.

In dem Gebäude, in dem die Kita untergebracht ist, befindet sich zurzeit noch der Ausweichstandort der Stadtverwaltung während des Rathausneubaus. Das Landesjugendamt hat die Pläne bereits für gut befunden. Im Endausbau können bis zu fünf neue Kindergartengruppen unterschiedlichen Typs eingerichtet werden.

Pesch wollte nicht verhehlen, dass es beim Rathaus-Neubau viele Probleme gegeben hat – und immer noch gibt. So wird die Tiefgarage nicht vor Ende Juli fertiggestellt sein. Und auch die erste Ratssitzung im altehrwürdigen Westtrakt wird wahrscheinlich erst kurz vor Weihnachten stattfinden.

Wie bereits berichtet, haben sich die Stadt Ratingen und das Bauunternehmen Köster GmbH auf die Modalitäten zur Fertigstellung des Rathauses geeinigt. Der Rat genehmigte einstimmig eine Vereinbarung, in der die durch die Bauzeitverlängerung entstandenen Mehrkosten des Generalunternehmers mit maximal 1,25 Millionen Euro erstattet werden.

Die Verzögerung beim Bau hat eine Reihe von Gründen, die bei einem Projekt dieser Größenordnung und Komplexität laut Stadt nicht ungewöhnlich waren. Gleich zu Beginn der Bauarbeiten wurde beispielsweise eine Altlast gefunden, die bei den Probebohrungen im Vorfeld nicht entdeckt worden war. Auch der Grundwasserstand war höher als ursprünglich bekannt, was zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen an der Tiefgarage erforderlich machte. Im weiteren Verlauf stießen die Bauarbeiter vor allem in den Bestandsgebäudeteilen, die saniert wurden, auf böse Überraschungen. So stellte sich nach der Abnahme von Verkleidungen und Dämmplatten heraus, dass der Beton sanierungsbedürftig war.

Diese nicht planbaren Defizite in der Substanz und in der Beschaffenheit der Baustelle führten zu zahlreichen Behinderungsanzeigen des Generalunternehmers. Darüber hinaus haben andere Faktoren die Maßnahme aufgehalten und Kosten erhöht: Auflagen des Denkmalschutzes, die den Hochzeitsgarten am Minoritenkloster teurer machten, die längere Miete der Ausweichstandorte und zusätzliche Ausgaben für die technische Ausstattung wegen des inzwischen gestiegenen Standards.

Pesch betonte im versöhnlichen Rückblick auf die doch sehr lange Bauzeit, dass das neue Gebäude-Ensemble wirklich gut an diese Stelle im Herzen der Stadt passe.