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Ratingen: Bürger schimpfen auf die Stadt

Ratingen : Bürger schimpfen auf die Stadt

Der Bezirksausschuss Tiefenbroich beschäftigte sich mit der Zukunft des Seniorentreffs und der Ogata der Paul-Maar-Schule. Konkrete Lösungen oder Pläne konnte die Verwaltung allerdings kaum präsentieren.

Tiefenbroich "Hier wird ein Stadtteil systematisch kaputtgemacht!" Bei der Sitzung des Bezirksausschusses Tiefenbroich wurde eines sehr schnell klar: Die Tiefenbroicher sind stinksauer auf die Stadtverwaltung. Der Grund: die ewige Hinhaltetaktik bei vielen Themen, die den Tiefenbroichern auf den Nägeln brennen. Sowohl die Senioren, die regelmäßig den Seniorentreff Am Söttgen besuchen, als auch die Tiefenbroicher Eltern fühlen sich nicht ernst genommen und als Ratinger zweiter Klasse. "Dabei stammt ein gar nicht mal so kleiner Teil der Ratinger Gewerbesteuer aus Tiefenbroich", bemerkte ein Zuschauer süffisant während der Sitzung.

Worum ging es? Die Leiterin des Seniorentreffs wurde von der Verwaltungsspitze kurzerhand in den Seniorentreff Ost versetzt, nachdem es dort großen Ärger gegeben hatte. Nachdem sich verwaltungsintern niemand auf diese offene Stelle beworben hatte, wollte die Verwaltung dort wohl schnell für Ruhe sorgen – offenbar gegen den Willen der Leiterin und auch der vielen Besucher des Tiefenbroicher Treffs. Die wollen sie nämlich wieder zurückhaben.

Treff-Leiterin soll zurückkehren

Für die nun offene und kommissarisch besetzte Leiterstelle in Tiefenbroich läuft derzeit das Ausschreibungsverfahren. "Warum haben sie denn nicht die Stelle in Ost ausgeschrieben und hier bei uns alles beim Alten gelassen?", fragten die rund 30 anwesenden Senioren empört. So habe die Verwaltung ein bestehendes, gut funktionierendes Gefüge in Tiefenbroich zerstört, dafür müssten jetzt gleich in zwei Seniorentreffs Leiterinnen neu eingearbeitet werden. "Wenn es in Ost Probleme gibt, müssen also die Tiefenbroicher darunter leiden", lautete das Fazit, gefolgt von der Frage: "Sieht die Verwaltung die Tiefenbroicher Senioren also als minderwertiger an als die Senioren in Ost?"

Der Bezirksausschuss beschloss, ein Votum an Bürgermeister Harald Birkenkamp zu stellen: Die bisherige Leiterin soll wieder nach Tiefenbroich zurückkehren. Wenn sie dies nicht will, soll die Vertretung so lange im Amt bleiben, bis die Nachfolgerin anfängt. Außerdem soll sichergestellt werden, dass alle Kurse weiterlaufen können und dass der Seniorentreff in seinen bisherigen Räumen bleibt. Denn dies war das zweite große Thema des Ausschusses: die Platzsituation der Paul-Maar-Schule und die Unterbringung der Kinder in den Ogata-Gruppen. Für die zwei bestehenden Gruppen gibt es 77 Anmeldungen, also rund 20 zu viel. Wo sollen diese Kinder also untergebracht werden? Eine Frage, die die Eltern so kurz vor den Sommerferien umtreibt.

Über ihre Pläne hüllt sich die Verwaltung allerdings in Schweigen. Man sei dabei, "eine gute Lösung zu finden", könne diese aber noch nicht öffentlich machen, lautete die nebulöse Mitteilung. Eine Antwort, die Politiker und anwesende Eltern nach Luft schnappen ließ.

(cebu)