Ratingen: Bürger bringen Ideen für neuen Park mit

Ratingen : Bürger bringen Ideen für neuen Park mit

Erstes Treffen: Die Planungen für den Mehrgenerationenpark schreiten voran. Es gab zahlreiche konkrete Anregungen beim Workshop.

Viele Vorschläge und eine sehr gute Resonanz: Die Planungswerkstatt zum neuen Mehrgenerationenpark, der südlich der Wallstraße zwischen Beamtengässchen und Hans-Böckler-Straße entstehen soll, fand unter reger und aktiver Beteiligung der Ratinger Bürger statt.

Mehr als 50 Kinder und Jugendliche verschiedener Altersstufen nahmen am Mittagsspaziergang teil, bei dem der aktuelle Stand des Entwurfs an Ort und Stelle präsentiert wurde. Anschließend diskutierten die Jugendlichen mit Vertretern der Stadt und des beauftragten Planungsbüros DTP aus Essen über ihre Eindrücke und weitere Ideen für das Gelände. Die Kinder wurden ermuntert, bunte Collagen zu erstellen, aus denen sich ihre Wünsche für den neuen Spielbereich ablesen lassen.

Am Abend folgte der zweite Block, an dem rund 40 Bürger sowie Vereinsvertreter und Kommunalpolitiker teilnahmen. Auch hier folgte auf einen moderierten Planungsspaziergang eine Arbeitsphase. An vier „Themeninseln“ wurden allgemeine Anregungen, Wünsche für Spiel- und Sportbereiche, Aufenthaltsmöglichkeiten sowie die Ausgestaltung der Gärten innerhalb des Parks besprochen.

Eine dritte Beteiligungsrunde gab es schließlich vor der Sitzung des Jugendrates. Auch diese wurde namentlich von jungen Ratingern interessiert in Anspruch genommen.

Die frühzeitige Einbindung der Bürgerschaft war vom Stadtrat beschlossen worden. Bürgermeister Klaus Pesch machte sich bei der Planungswerkstatt ein Bild von der Veranstaltung, die Jörg Weskamp und Achim Kramer von der Abteilung für Stadtgrün in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro DTP akribisch vorbereitet hatten. „Ich freue mich, dass wir hier so viele gute Anregungen aus der Bürgerschaft erhalten haben“, sagte der Verwaltungschef. Die Ergebnisse dieser ersten Beteiligungswerkstätten werden nun ausgewertet. Am Donnerstag, 16. Mai, findet ab 17.30 Uhr eine weitere öffentliche Bürgerveranstaltung statt. Hier erläutern die Planer, wie die Anregungen der Bürger in den Planungsprozess einfließen können.

Ein Problem der vergangenen Wochen: Die Umgestaltung des Areals, auf dem der Garten der Sinne steht, war zum Zankapfel geworden. Marion Höltermann, Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins, betonte, dass ihr Verein bisher gar nicht in die Planungen einbezogen worden sei. Zudem präsentiere sich der Garten, den es seit zehn Jahren an der Wallstraße gibt, in keinem guten Zustand.

Die Grünen erklärten, dass es nicht die Absicht sei, den bestehenden Garten der Sinne durch ein anderes Konzept zu ersetzen. „Wir schätzen den Garten der Sinne und wollen ihn im zukünftigen Park erhalten wissen“, sagte Edeltraud Bell, sachkundige Bürgerin im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss. Mit dem Anpflanzen von Kräutern im aktuellen Garten der Sinne sei schon ein Anfang gemacht worden, der um Erdbeerpflanzen, Kohl- und Salatpflanzen ergänzt werden kann, auch Beerensträucher seien unkompliziert und könnten die in Grünflächen üblichen Ziersträucher ersetzen.

Groß und Klein lieben den Park am Beamtengäßchen. Man kann dort nach einem Einkauf einfach einmal verweilen. Nun gibt es erste Pläne für eine Umgestaltung. Foto: Blazy, Achim (abz)

Ratsherr Christian Otto, umweltpolitischer Sprecher der Grünen, ergänzte: „Alt und jung, ganz im Sinne des Mehrgenerationenparks, sollen dort den Pflanzen beim Wachsen zusehen, bei Interesse bei der Pflege mithelfen und mit Genuss die Früchte ernten können.“ Nach Vorstellung der Grünen soll die Stadtverwaltung federführend sein, aber ergänzend zum bürgerschaftlichen Engagement einladen, so wie es auch im jüngst verabschiedeten „Integrierten Handlungskonzept für Ratingen Mitte“ vorgesehen ist. „Gärtnern in der Stadt ist voll im Trend, da es den Blick auf lokale und saisonale Lebensmittelerzeugung eröffnet“, urteilte Bell.