Heiligenhaus: Brückentag

Heiligenhaus: Brückentag

Über die Bahnhofstraße führt seit gestern die erste Waggonbrücke überhaupt. Sie besteht aus einem alten Eisenbahnwagen, der erst wieder hergerichtet, dann zwischen die alten Brückenpfeiler eingepasst wurde.

"Herzlichen Glückwunsch Heiligenhaus zur ersten Waggonbrücke Deutschlands." Erfinderstolz klang mit, als Ulrich Diehl gestern einen spektakulären Brückenschlag über die Bahnhofstraße kommentierte. Diehl, Geschäftsführer der Firma "Ahlenberg Ingenieure", ist der Erfinder der "Waggonbrücke", hatte vor zweieinhalb Jahren die Idee, aus alten "Eisenbahn-Rungen-Waggons" Brückenträger zu machen. In Heiligenhaus hatte sein Plan gestern praktische Premiere – mit Volksfestcharakter.

Für die Männer der Duisburger Spezialkranfirma mag es ein eher einfacher Auftrag gewesen sein: den 27 Tonnen schweren Waggon anheben, um 90 Grad drehen, wieder absenken. Über die so entstandene Verbindung soll künftig der Alleenradweg führen. Für die Stadt war die Aktion also mehr als ein Stück Ingenieurskunst – sie soll langfristig der besseren Infrastruktur nutzen.

Land NRW beteiligt

Unter den Ehrengästen war Bau-Staatssekretär Günter Kozlowski. Denn das Land war am Brückenschlag beteiligt: Die bewilligten Fördermittel aus dem Alleenradwegprogramm in Höhe von gut 2,8 Millionen Euro sollen auch die Sanierung der restlichen zehn Brücken auf dem acht Kilometer langen Heiligenhauser Teilstück sichern. 190 000 Euro kostete die Waggonbrücke inklusive Anpassungsarbeiten und Fundamenten.

  • Handball : TuS Lintorf siegt beim Trainer-Einstand

Der zum Brückenträger umfunktionierte Waggon – knapp 20 Meter lang – wurde vor dem Transport nach Heiligenhaus in einem Arnsberger Aufarbeitungswerk komplett bis ins kleinste Aufschrift-Detail wieder in Original-Form gebracht. Ergänzt wurde er mit einem Geländer nebst Netz aus Edelstahl. "Damit wird durch die Brücke auch ein Stück Eisenbahngeschichte am alten Heiligenhauser Bahnhof lebendig", sagte Bürgermeister Dr. Jan Heinisch beim kleinen Festakt, der Massen von Schaulustigen anlockte.

Zum Stadtfest-Auftakt gab es an der Bahnhofstraße in prallster Sonne ein buntes Programm rund um die städtische Eisenbahn-Historie. Ausgestellt waren auch Karten zum Radwege-Programm. Der AlleenRadweg soll künftig die Verbindung zwischen Ruhrtal und Wuppertal herstellen. Allerdings muss dazu die Trasse erst fertiggestellt sein. Nächstes Projekt ist die Sanierung der Brücke über die Friedhofstraße. Asphaltiert wird dann das Stück zwischen Kettwiger Straße und alten Silogebäude.

"Wir rechnen hier mit einer Arbeitszeit von etwa drei Monaten", sagte der technische Beigeordnete Harald Flügge.

(RP)
Mehr von RP ONLINE