Heiligenhaus: Brückenschläge

Heiligenhaus: Brückenschläge

Die Richtung steht fest, die Zeitschiene noch nicht: Bevor der „Alleenradweg“ von Heiligenhaus über Wülfrath nach Velbert benutzt werden kann, ist noch viel Arbeit fällig. Ein Anfang am Eisenbahnviadukt ist gemacht.

Von fern wirken die Arbeiten am ersten Eisenbahnviadukt über die Ruhrstraße auf den Laien nicht sonderlich aufwändig – Fachleute wie der Tiefbau-Chef der Verwaltung, Michael Krahl, sehen das anders: „Beide Brücken auf Stadtgebiet sind 100 Jahre alt und durch und durch feucht.“ Folge: Arbeiter mussten zu Wochenbeginn regelrechte Stalaktiten abklopfen. Während der Arbeiten blieb die Ruhrstraße gesperrt. Krahl verwies gestern gegenüber der RP auf ein Gutachten: „Ohne die Instandsetzung wären die Brücken in zehn Jahren nicht mehr zu halten.“

Gesucht war eine Lösung mit Mehrwert. Die Idee: Nutzung der alten Trasse von Heiligenhaus über Wülfrath nach Velbert als Radweg (RP berichtete). Krahl hat vor allem die technischen Vorteile im Blick: „Ein Radweg zu günstigen Kosten sichert ganz klar das Trassenband bis zu der Zeit, in der die Circle Line kursieren könnte.“ Zuerst aber heiße es: Schotter schreddern, die Schienen und das Gestrüpp entfernen und die knapp acht Kilometer Strecke auf Heiligenhauser Stadtgebiet asphaltieren. Den Förderantrag für dieses Projekt will Krahl Ende diesen Monats auf den Weg bringen. In Sachen Radweg ist außerdem ein weiteres Schriftstück auf dem Weg: eine Resolution an die Bezirksregierung. Krahl dazu: „Die Stadt hat die Eisenbahntrasse gekauft – und will nun deutlich machen, dass eine Zwischennutzung als Radweg im Sinn des Erhalts wichtig ist.“ Denn „je mehr Wurzeln im Schotter, desto mehr Schaden nimmt sie.“ Genau das könne durch den Ausbau als Radweg vermieden werden.

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Einen besonderen Fan in der Verwaltung hat das Projekt schon: Jürgen Kaufmann vom Ordnungsamt wäre nach eigenem Bekunden „der erste Nutzer, der den neuen Radweg als Pendler nutzen wird“.

Denn die neue Strecke Richtung Velbert werde nur noch rund drei Prozent Steigung haben – der Anstieg am Pinner Berg wäre Vergangenheit.

(RP)
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