Britta Averdick leitet den Pfarrgemeinderat

Britta Averdick leitet den Pfarrgemeinderat von St. Peter und Paul: Sie mag Kirche ohne Mauern

Britta Averdick leitet seit dem vergangenen Herbst den neu gewählten Pfarrgemeinderat von St. Peter und Paul.

Britta Averdick hat es lieber nett. Also: kein Stress. Sie sagt zwar, sie hätte „eine lange Zündschnur“, bis es knallt. Aber das kann man nun wirklich nicht glauben. Britta Averdick träumt irgendwie von der Harmonie. Das muss auch nicht immer falsch sein, denn sie leitet seit dem vergangenen Herbst den neu gewählten Pfarrgemeinderat von St. Peter und Paul, das kirchliche Gremium, das in dem Fall aus ziemlich vielen Neuen besteht und für das sie sich nach langem Nachdenken und nach etlichen Diskussionen mit der Familie tatsächlich positiv entschieden hat.

Ihre Haltung wird auch von „Mitstreiterin“ Martina Heintzenberg unterstützt, die ebenfalls seit der Zeit neu in dem Gremium ist und miterlebt hat, wie Averdick mit Mut und Kraft und Überzeugung ans Werk geht und fast fürchten lässt, dass sie sich zu viel zumutet: Aber die Gefahr hat sie schon gesehen und rechtzeitig die Reißleine gezogen.

Britta Averdick hieß mal Britta Schwengber und wuchs an der Ratinger Friedhofstraße auf, wo ihr Vater unter anderem Grabsteine herstellte – er war Steinmetz im eigenen Betrieb. Das aber war nichts für sie – träumte sie doch schon seit Kindertagen von einem Job im weißen Kittel. Nicht gerade vom Arztjob, aber irgendwie in dessen Nähe.

Also wurde sie erst einmal Arzthelferin – in Ratingen – und legte wenig später eine Ausbildung drauf – als medizinisch technische Assistentin. Dafür hat sie dann einmal Ratingen kurz verlassen, um diese Ausbildung in Düsseldorf an der Uni zu absolvieren. Als sie fertig und 21 Jahre alt war, arbeitete sie in Essen und am Marienhospital in Düsseldorf. Also ziemlich mutig in zwei Häusern, die nicht in Ratingen lagen. Danach aber ging es wieder in die Heimat.

Hier wurde geheiratet, hier kamen ihre beiden Kinder Fehmke (16) und Hendrik (20) zur Welt, und zwar in dem Ratinger St. Marien-Krankenhaus, in dem sie gern und erfolgreich seit Jahren arbeitet. Im Labor und dort im weißen Kittel.

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Die Frau hat es immer gern gut strukturiert und möglichst verlässlich sortiert. Sie weiß, wo sie hingehört und kann sich sehr gut einsortieren. Die Familie spielt mit und engagiert sich ebenfalls in der Kirche. Und der Ehemann geht sogar mit einer Fahne voran: Er trägt, gleich nach der Polizei, die Schützenfahne beim großen Umzug. Britta Averdick sieht sich sich durchaus in ein überaus fragiles System hineingeworfen, verschließt die Augen keinesfalls davor, dass auch im Erzbistum Köln nicht erst in vielen Jahren Kirchen geschlossen werden müssen.

Sie hofft – wie alle emsigen Ehrenamtlichen – innig darauf, dass sich mehr Leute fänden, die ehrenamtlich mitmischen. Sie weiß, wie schwer das ist und dass Leute, die nicht mitmachen, dafür weder schräg angesehen werden sollten noch das man selbst mit Heiligenschein übers Wasser geht. Gute Arbeit leisten, Leute begeistern, gut vernetzen und gescheite Ziele ansteuern – dass ist ihre Route.

Erst einmal sollten die Ratinger wissen, dass nicht nur die Gemeindeausschüsse, sondern auch die Sitzungen des Pfarrgemeinderats öffentlich sind und das nicht nur für Katholiken. Sie möchte eine Kirche ohne dicke Mauern und um sich herum Leute, die nicht nur sagen, dass die Kirche mal dicke Mauern einreisen müsste, sondern dass jeder aufgerufen ist, sich am Niederreißen beteiligen. Und dass es nicht nur ums „man müsste mal…“ geht, sondern auch darum, „wir machen das schon“ zu sagen.

Solange Britta Averdick mitmischt, wird das sogar mit einer Menge von Harmonie ablaufen.

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