1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Bestell- und Lieferservice läuft in Ratingen meist gut an

Ratinger Einzelhandel : Bestell- und Lieferservice läuft meist gut an

Viele Einzelhändler bringen ihre Waren nun zu den Kunden. Allerdings kann das die Ausfälle nicht kompensieren.

Der überwiegende Teil der Geschäfte in der Ratinger Innenstadt ist geschlossen. Damit dies aber nicht immer so bleibt, sondern sie die Corona-Krise irgendwie finanziell überstehen, arbeiten viele Einzelhändler hinter den verschlossenen Türen weiter. Sie bieten Bestell- und Lieferservices an, um wenigstens einen Teil des Verkaufsausfalls zu kompensieren. Wir haben bei einigen nachgefragt, wie die Ratinger das Angebot nutzen.

Johann und Wittmer Der Elektronikfachmarkt an der Westtangente freut sich über rege Nachfrage, auch wenn das jetzige Angebot den normalen Verkauf im Geschäft nicht ausgleichen könne. „Es läuft gut, die Kunden haben sich daran gewöhnt“, sagt Sebastian Lausch. Über alle Kanäle können die Kunden bestellen, was das Sortiment hergibt, per Telefon, E-Mail, Facebook etc. Die Mitarbeiter sind weiterhin den ganzen Tag über im Elektronikmarkt erreichbar und können so auch per Telefon beraten. Die gekaufte Ware wird entweder geliefert oder kann nach Terminabsprache abgeholt werden.

  • Die Nachfrage nach den modischen Masken
    Einzelhandel in Krefeld : Einzelhändler trotzen der Corona-Krise
  • Heike Kammer spürt in diesen Zeiten,
    Buchhändlerin in Hamminkeln : Kleiner Buchladen kämpft ums Überleben
  • Aktionen : Kino bietet Gutscheine für später an

„Gefragt ist derzeit alles, was mit dem Rückzug ins Zuhause zu tun hat“, sagt Lausch. Dazu gehören Spielekonsolen und Fernseher, aber ebenso Kühl- und Gefrierschränke, um die eingekauften Lebensmittel sicher unterzubringen. Den Auslieferungsservice hat Johann und Wittmer schon aufstocken müssen, um die Bestellungen möglichst schnell zum Kunden zu bringen.

Altstadt Buchhandlung Ein großes Lob spricht Marion Meier von der Buchhandlung an der Lintorfer Straße den Ratingern aus. „Sie halten gut zusammen“, sagt sie. Und sie halten auch ihrer Buchhandlung die Treue, wie Meier festgestellt hat. Fleißig werde bestellt, meist seien es konkrete Wünsche, manche ließen sich aber auch beraten. Telefonisch ist die Altstadt Buchhandlung täglich bis 16.30 Uhr zu erreichen. Dann kann bestellt werden, die Bücher werden dann ausgeliefert, oder wenn sie als Geschenk gedacht sind, auch gerne an die Wunschadresse verschickt.

Sicherlich sei der Aufwand größer als im normalen Verkaufsgeschäft, doch es ginge derzeit nur Hand in Hand. „Wir sind für die Kunden da und die Kunden für uns“, sagt Meier. Denn es sei doch für alle die Frage, wie die Stadt nach der Krise aussehen soll.

Kinder Klassiker Laden Der Kleine Laden in Ratingen Ost auf dem Gelände des Getränkemarktes an der Eisenhüttenstraße war mit der erste in Ratingen, der einen Bestell- und Lieferservice angeboten hat. „Es läuft gut und wird gut angenommen“, sagt Inhaberin Maisha Morgenroth. Sie nimmt die telefonischen Bestellungen entgegen, ihr Mann fährt vormittags in den Stadtteilen Ost, Mitte und Süd die Bestellungen aus. Selbstverständlich sei der Umsatz zurückgegangen. „Doch wir haben noch einen Online-Handel, so dass wir über die Runden kommen“, sagt die Geschäftsfrau.

Auch in ihrem Fall lassen die Stammkunden sie nicht im Stich. Der Service hat sich rumgesprochen, ständig sei man mit den Kunden im Kontakt und der sei sehr nett und freundlich. Liefern kann das Geschäft neben Spielen und Büchern auch Schulmaterial wie Hefte, Pappen, Tintenkiller und Patronen, also alles, was Schüler für ihre Aufgaben auch zu Hause benötigen.

Schuhgeschäft Dema „Schuhe muss man anprobieren“, sagt Detlef Mayer vom Dema-Schuhgeschäft an der Bechemer-, Ecke Wallstraße. Ein Grund mit, dass der Bestellservice eher verhalten angelaufen ist. „Es gibt Kunden, aber es sind viel zu wenige“, sagt der Inhaber, der täglich von 8 bis 20 Uhr mit seiner Frau die geschaltete Hotline betreut, um Kundenwünsche entgegen zu nehmen. Dabei versuchen die beiden es den Kunden so einfach wie möglich zu machen. Wer beispielsweise Sneaker sucht, bekommt eine Auswahl an Fotos zugeschickt, aus denen er sich Modelle aussuchen kann. Die werden nach Hause geliefert, der Kunde kann sie in Ruhe anprobieren und dann auswählen. Die nicht gekauften Modelle werden wieder abgeholt.

Mayer hofft, dass noch mehr Kunden den Service annehmen, denn das Lager ist voll. „Wir haben Ware für die ganze Saison eingekauft und auch schon bezahlt“, sagt er.