Projekte : Hilferuf aus Indien erreicht Ratinger Verein

Rita Brazda, die Vorsitzende des engagierten Patenvereins, schlägt Alarm: Die Versorgung der Menschen bricht zusammen.

Der Verein „Paten indischer Kinder“ um seine erste Vorsitzende Rita Brazda ist in Ratingen bekannt dafür, die Bildungsarbeit und Selbsthilfeprojekte der Bischöfe in den indischen Bundesstaaten Madhya Pradesh und Telangana finanziell zu unterstützen. So sollen sozial unterprivilegierten Menschen im Vielvölkerstaat Indien mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern und krassen sozialen Unterschieden in die Lage versetzt werden, „eigene Einkommen zu erwirtschaften, um damit der Armutsfalle zu entkommen“, erklärt Brazda. Getreu dem Motto „Bildung und Arbeit ist die beste Entwicklungshilfe“.

Nun aber brauchen die Kooperationspartner vor Ort in Indien angesichts der Coronavirus-Krise, die auch Indien voll erfasst hat und erlahmen ließ, dringend Hilfe, vor allem aus Deutschland und Ratingen. „Die Ordensleute, mit denen wir seit Jahren eng zusammenarbeiten, schicken uns einen Hilferuf“, sagt Brazda. Wegen der in der Region sowie in ganz Indien herrschenden absoluten Ausgangssperre, die Ministerpräsident Modi bis zum 3. Mai verlängert hat, breche der Mini-Handel und damit die Versorgung der vielen Menschen aus den untersten Kasten total zusammen.

  • Diesem Trimmgerät sollen weiter folgen –
    Hückeswagen soll schöner werden : Ein-Euro-Verein stellt neue Projekte zur Abstimmung
  • Geimpft werden Menschen ab 45 Jahre,
    Am 5. und 6. Juni : 900 Sonderimpfungen in Ratingen West
  • Vorbild für Mettmann: Sichtbar stolz stellte
    Wirtschaft interkommunal im Kreis Mettmann : Mettmanner Stadtmarketing blickt gern nach Ratingen

„Chrsitliche Organisationen kümmern sich nun um die Ärmsten und bringen die wichtigsten Grundnahrungsmittel in die Slums und Dörfer. Um diese Hilfe auch künftig gewährleisten zu können, wird aber dringend eine weitere Finanzierung benötigt,“ erklärt die erste Vorsitzende des Ratinger Patenvereins, Sollten Hilfen ausbleiben, drohen Millionen von Menschen im Zuge der Krise die totale Armut und Hungersnöte. „Das wollen wir verhindern“, sagt Rita Brazda.

Neben den Millionen von Wanderarbeitern, die jetzt in den Zentren der großen Städte gestrandet sind, leiden am meisten die Bewohner der Slums in den Großstädten unter den Coronavirus-bedingten Einschränkungen, denn sie leben von dem, was sie tags zuvor mit kleinen Dienstleistungen verdient haben. Brazda weiß, wovon sie spricht. Sie war schon öfter in dem riesigen Land, das im Volksmund gerne als Subkontinent bezeichnet wird. Sie weiß um die prekären Lebensverhältnisse.

„Jetzt sind die Ärmsten der Armen in ihren Vierteln abgeriegelt und haben keine Chance mehr, irgendwie an Geld für Nahrungsmittel zu kommen. Ebenso geht es den Familien auf dem Land, die ihre bescheidenen Ernten nicht verkaufen können und somit um ihre geringen Einkünfte kommen, mit denen sie die erforderlichen Grundnahrungsmittel bestreiten müssten.“ Man muss wissen, dass in Indien nach Schätzungen 90 Prozent der Arbeitnehmer im informellen Sektor beschäftigt sind, ohne Verträge oder Versicherungen. Viele von ihnen leben von der Hand in den Mund. Selbst der regierungseigene Zensus ergab, dass 87 Prozent aller Firmen des Landes informell arbeiteten, vollständig außerhalb des Steuer- und Sozialnetzes. Durch den „Lock-down“ des Landes seit dem 24 März sind Millionen von Menschen ohne Arbeit und Einkommen. Ergo: viele auch ohne Lebensmittel. Deshalb rechnet Rita Brazda auch, wie andere Hilfsorganisationen und Vereine, mit dem Schlimmsten. „Es ist daher zu befürchten, dass mehr Menschen verhungern als an der Pandemie sterben werden, da die indischen Bundesstaaten nicht in der Lage sind, diese Herausforderung zu bewältigen.“

Die indischen Kontaktpersonen im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh mit rund 60 Millionen Einwohnern sowie im südlicheren Bundesstaat Telangana mit knapp 35 Millionen, mit denen der Verein seit 20 Jahren zusammenarbeitet, gäben sich alle Mühe, diesen Menschen zu helfen. „Sie beschaffen Grundnahrungsmittel, wie Reis, Mehl, Zucker, Gewürze und Gemüse und verteilen sie seit Tagen an die bedürftigen Slum- und Dorfbewohner, um dort die größte Not zu lindern“, erklärt Brazda. Eine solche Hilfe ist aber freilich nur möglich, wenn ausreichend Gelder zur Beschaffung der Lebensmittel zur Verfügung stehen. Brazda: „Die Ordensleute aus Indien sind an uns mit der dringenden Bitte um finanzielle Unterstützung herangetreten; da möchten wir gerne helfen.“