Ratingen Beim Freiwilligendienst gibt es viele offene Stellen

Ratingen · Durch die Aussetzung des Wehrdiensts in Deutschland entfällt bekanntermaßen auch der Zivildienst. Das Nachfolgemodell ist der Bundesfreiwilligendienst (BFD). Einsatzstellen, die vormals Zivildienstleistende aufgenommen haben, suchen jetzt wieder nach Freiwilligen. Das Besondere an dem seit dem 1. Juli dieses Jahres existierenden Dienst ist, dass im Gegensatz zum Zivildienst eigentlich alle mitmachen können – also auch Frauen, Ältere sowie Menschen, die nicht die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Dietmar Keppler, Regionalbetreuer vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, informiert regelmäßig in Ratingen über die Rahmenbedingungen eines BFD: Die Freiwilligen bekommen eine Aufwandsentschädigung, im Spitzensatz bis zu 330 Euro plus Sachleistungen. Dies muss mit der jeweiligen Einsatzstelle abgeklärt werden. Außerdem übernimmt die Einsatzstelle die Sozialversicherungsbeiträge. Das Kindergeld wird weitergezahlt.

Was den BFD vom Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahr (FSJ und FÖJ) unterscheidet: Die Helfer müssen älter als 27 Jahre sein und können auch in Teilzeit arbeiten. Der Dienst ist außerdem zeitlich flexibel. Die Einrichtungen nehmen Helfer über einen Zeitraum von sechs bis 24 Monaten auf. So können zum Beispiel Wartesemester gefüllt werden, kann die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn sinnvoll genutzt werden oder im Ruhestand etwas für das Gemeinwohl getan werden.

Einsatzstelle selbst anrufen

Es ist derzeit noch schwierig, sich über die freien BFD-Stellen zu informieren. Generell gilt, dass alle Einrichtungen, die vorher Zivildienstleistende beschäftigt hatten, auch für BFD-Anwärter offen stehen. Es gibt noch keine offizielle Liste, ein paar Stellen werden aber auf der Website www.bundesfreiwilligendienst.de angeboten. Auch die Freiwilligenbörse Ratingen hilft weiter. Sie ist dienstags und donnerstags von 10 bis 12 und von 16 bis 18 Uhr unter Tel. 7116854 zu erreichen. Die potenziellen Helfer können sich etwas Passendes heraussuchen, müssen dann aber die Einsatzstelle selbst kontaktieren. Auf Anfrage verteilt Dietmar Keppler auch die Liste mit den ehemaligen Zivildienststellen. Dazu reicht eine formlose E-Mail an dietmar.keppler@bafza.bund.de.

BFD-Helfer können in vielen Bereichen aktiv werden. Viele Seniorenheime, Krankenhäuser oder Verbände suchen händeringend nach Zivi-Ersatz. Beispielsweise gibt es Arbeit im Haus Bethesda. Für die Pflege und Betreuung Demenzkranker werden noch Interessenten gesucht. Nähere Information gibt es bei Gabriele Klupsch-Enning unter Tel. 15415-100.

Auch die Johanniter Unfall Hilfe braucht noch Freiwillige. Sie können im Rettungsdienst, beim Krankentransport oder auf anderen Gebieten eingesetzt werden. Weitere Informationen auf der Website www.johanniter.de/ehrenamt/als-jugendlicher/johanniter-freiwilligendienste/. Ansprechpartner ist Jürgen Schrage, Tel. 7007018.

Ebenfalls Stellen zu besetzen hat der DRK Blutspendedienst Breitscheid, bei dem Heinz Kapschak unter Tel. 189175 erreichbar ist. Interessierte sollten flexibel sein, um den mobilen Blutspendedienst in die Städte der Region zu begleiten.

Ein wenig anders gestaltet sich der BFD in der Schwarzbachklinik, die sich um die Rehabilitation Suchtkranker bemüht. Hier werden handwerklich Begabte für Fahrdienst und Verwaltung, aber auch für den Einsatz in der Arbeitstherapie gesucht. Leiter Dirk Herres ist unter Tel. 443300 zu erreichen.

Fragen beantwortet Dietmar Keppler jeweils am ersten Dienstag im Monat von 16.30 bis 18 Uhr im Hause des SkF Ratingen, Düsseldorfer Straße 40. Weitere Informationen unter Tel. 0221 5325079.

(RP)
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