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Breitscheid: Beim Feuerwerk ist Vorsicht geboten

Breitscheid : Beim Feuerwerk ist Vorsicht geboten

Heute ist Verkaufsstart für das Silvesterfeuerwerk. Der pyrotechnische Verband und die Polizei geben wichtige Tipps.

Traditionell starten die Ratinger wieder ins neue Jahr und lassen es mächtig krachen, blitzen und leuchten. Voll im Trend liegen nach Angaben von Klaus Gotzen, Geschäftsführer des Verbandes der pyrotechnischen Industrie (VPI), weiterhin so genannte Batterie- beziehungsweise Verbundfeuerwerkskörper: "Einmal gezündet werden je nach Ausführung nacheinander oder gleichzeitig mehrere Effekte gezündet und sorgen so für ein buntes und farbenprächtiges Himmelsspektakel. Durch ihre Standfestigkeit und das nur einmalige Entzünden der Anzündschnur bieten diese Artikel auch ein hohes Maß an Sicherheit."

Doch wie fast in jedem Jahr wird vom VPI und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) auch vor Knallern gewarnt, die nicht den strengen Sicherheitsnormen entsprechen.

Wer einige wichtige Regeln beachtet, kann sich gefahrlos am Feuerwerk erfreuen. Das beginnt schon beim Einkauf und beim Blick auf die Verpackung. Denn seit einigen Jahren würden immer wieder illegale Feuerwerkskörper auf dem deutschen Markt gefunden, so Gotzen. Das habe teils "fatale Folgen". So sollte man auf die Zulassungen achten: Von der BAM zugelassene Feuerwerkskörper erkennt man an der Kennzeichnung: BAM-PI oder BAM-P II beziehungsweise BAM-F1 oder BAM-F2, gefolgt von einer vierstelligen Nummer. Klare Sache: Finger weg vor selbstgebastelten Krachern! Durch sie kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen.

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Feuerwerkskörper werden in vier Klassen unterteilt. In die Klasse BAM-P I bzw. Kategorie BAM-F1 fallen Knallbonbons, Tischfeuerwerk oder Knallerbsen, die ganzjährig verkauft und verwendet werden dürfen. Die Abgabe und der Umgang sind erst ab dem zwölften Lebensjahr erlaubt. Die Klasse BAM-P II beziehungsweise Kategorie BAM-F2 umfasst das typische Silvesterfeuerwerk mit Leuchtraketen, Fontänen, Batterie- sowie Kombinationsfeuerwerk und Knallern. Diese Feuerwerkskörper dürfen nur an den letzten drei Verkaufstagen zu Silvester von Personen über 18 Jahren gekauft und in der Silvesternacht eingesetzt werden. Die Klassen III und IV sind nur für den professionellen Gebrauch gedacht.

Ganz wichtig auch: Vor dem Abfeuern sollte man die Gebrauchsanleitung genau lesen. Tipp des VPI: "Bewahren Sie die Feuerwerkskörper nicht am Körper, in Hosen oder in Jackentaschen auf." Wer draußen rumballert, sollte vorher alle Türen und Fenster (auch Dachfenster) schließen: Nicht selten landen Raketen in Wohnungen und lösen Brände aus. Gerne geht auch mal Gerümpel auf Balkonen in Flammen auf.

Raketen dürfen niemals aus der Hand gezündet werden: Sie gehören in sichere "Startrampen" wie beispielsweise Flaschen, die in einer Getränkekiste stehen. Gotzen: "Wenn Feuerwerkskörper nicht zünden, übergießen sie diese mit Wasser, da die Zündschnur innerhalb des Feuerwerkskörpers noch brennen könnte. Falls beim Zünden einer Batterie an der Hauptzündschnur etwas schief geht, sollten Sie die Batterie mindestens 15 Minuten stehen lassen und sich nicht darüber beugen. Danach kann die Batterie an der Ersatzzündschnur angezündet werden." Dabei sei die Gebrauchsanweisung zu beachten. Tischfeuerwerke gehörten auf eine feuerfeste Unterlage.

Die Kreispolizei weist ebenfalls auf wichtige Bestimmungen hin: "Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern ist gemäß § 23 Abs. 1 der Sprengverordnung verboten. Ein Mindestabstand von 200 Metern sollte hier nach Empfehlung von Fachleuten unbedingt eingehalten werden." Für den Notfall sollte man geeignete Löschmittel bereithalten: zum Beispiel Feuerlöscher oder Eimer mit Wasser. Verstöße gegen die Bestimmungen der Sprengverordnung können Ordnungswidrigkeiten darstellen und ein Bußgeld nach sich ziehen, warnt die Polizei weiter.

(RP)