Heiligenhaus: Bauverein stemmt Millionen-Projekte

Heiligenhaus: Bauverein stemmt Millionen-Projekte

14 Wohnungen in Nonnenbruch und ein Wohn- und Geschäftshaus an der Schulstraße sollen im Frühjahr 2019 stehen.

"Für uns sind das die größten Projekte seit Ende der 80er Jahre", sagt Ludger Hilberg, Vorstand im Heiligenhauser Spar- und Bauverein. Gemeinsam mit Klaus Denné bringt er in diesen Tagen zwei Bauvorhaben an den Start, nachdem sich die kleine Genossenschaft in den zurückliegenden Jahren vollständig der Bestandspflege, den Sanierungen also, gewidmet hatte.

Möglich machten den Schwenk zwei Grundstücksgeschäfte mit der Stadt. Siegfried Peterburs, Planerchef im Rathaus, blickt in verschiedene Richtungen. Was Wohnraum angeht, verzeichnet er inzwischen "verstärkt Nachfrage aus Düsseldorf und dem Essener Süden". Darüber will man aber den öffentlich geförderten (sozialen) Wohnungsbau nicht vernachlässigen. Nach diesem Modell entsteht das neue Wohnhaus der Genossenschaft im Nonnenbruch mit 14 Wohnungen. "An einem solchen Projekt hängen besondere Bedingungen", sagt Denné. Folglich komme hier eine Genossenschaft eher zum Zug als ein privater Investor. Ein Anrecht auf diese Wohnungen haben Interessenten nur mit Wohnberechtigungsschein. Die Stadt ist berechtigt, die Wohnungen zu belegen. Sie sind zwischen 50 und 100 Quadratmetern groß und - wie es in einem Flyer des Vereins heißt - "für kleine und große Familien hervorragend geeignet".

Sehr zufrieden ist der Vorstand der Genossenschaft mit der Zusammenarbeit mit der Stadt. "Erste Pläne für die beiden Projekte gehen auf die Zeit zurück, als der ehemalige Bürgermeister Heinisch noch in unserem Aufsichtsrat saß", sagt Denné. Dieser Posten ist nach Heinischs Weggang zurzeit noch unbesetzt.

Das neue, dreigeschossige Wohnhaus im Nonenbruch entsteht auf der Grünfläche an der Ecke Oppelner/Tilsiter Straße. Die Planer versuchen hier, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Der Bedarf an bezahlbaren Wohnungen ist hoch. Aber man möchte nicht massiv die gewachsene Struktur des Stadtteils eingreifen. "Das heißt, der vorhandene Spielplatz auf der Grünfläche bleibt ebenso erhalten wie Bäume und Autostellplätze", erläutert Hilberg. Er rechnet mit Baubeginn im April - und Fertigstellung des Hauses ein Jahr später. Das Nonnenbruch-Projekt steht für den Verein mit 2,5 Millionen Euro zu Buche. "Wobei das Grundstück, wie auch das an der Schulstraße, Ecke Haupotstraße, aus Mitteln des Vereins gekauft wurden."

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An der Schulstraße, Ecke Hauptstraße, entstehen für rund zwei Millionen Euro zehn weitere, frei finanzierte (Senioren-)Wohnungen, außerdem, im Erdgeschoss, Platz für eine Gewerbeeinheit. Der Verein übernimmt die Vermarktung selbst. "Das Feedback ist schon jetzt hoch", sagt Hilberg.

Die beiden Neubauten sind die ersten, die die Genossenschaft nach über 30 Jahren wieder selbst in die Hand nimmt. "Sie liegen genau in der Größenordnung, die wir stemmen können", sagen Denné und Hilberg. Beide hoffen darauf, angesichts der Hochkonjunktur im Baugeschäft, den angepeilten Zeitplan einhalten zu können. "Die Bauanträge sind eingereicht, danach geht es daran, die Firmen heranzubekommen."

Vorbei sind eben die Zeiten, in denen der Spar- und Bauverein sein erstes Projekt noch auf ganz anderer Basis realisierte. Der erste, legendäre Großauftrag, lief nach anekdotenhafter Überlieferung so: "Ziegel für zehn Häuer kaufen und danach den Bauunternehmer suchen." Das war 1927.

(RP)