Heiligenhaus: Baustelle Bahnhofs-Areal

Heiligenhaus: Baustelle Bahnhofs-Areal

' ANALYSE Der Alleenradweg soll künftig für ein deutliches Plus beim Freizeitwert der Stadt einstehen. Dass in die Idee für einen "Rast- und Haltepunkt" am Bahnhofsgelände 200 000 Euro fließen sollen, ist aber umstritten. Der Optimismus der Verwaltung stößt auch auf Skepsis.

Nach dem Verkauf des Hauses Hauptstraße 142 (RP berichtete) hat die Stadt einen Klotz weniger am Bein. Für den Bau selbst entwickelt der Investor Sven van Gelder erfreuliche Perspektiven. Doch das ist nicht der einzige Mehrwert, der durch den Verkauf der Jugendstil-Immobilie in bester Lage geschaffen werden soll.

Das freigewordene Geld – es wird für die Sanierung der Hauptstraße 142 fortan nicht mehr benötigt – soll nun dazu beitragen, die Stadt Heiligenhaus auf der Freizeit- und Ausflugslandkarte aufzupeppen. Entstehen soll für 200 000 Euro ein "Halte- und Rastpunkt entlang des Alleenradweges". Finanziert aus dem Topf des Konjunkturpakets II. Die Verwaltung denkt speziell an das Areal rings um den alten Güterbahnhof. Die Pläne für das derzeit eher unwirtliche Gelände sind umstritten, wie sich bei der Verabschiedung des Haushaltes zeigte.

Die hervorragende Lage biete jede Menge Chancen, betonen Befürworter einer planerischen Rundum-Lösung nicht zu Unrecht. Gegenstimmen: Die Pläne "überzeugen gar nicht", befand Ingmar Janssen für die SPD. Allenfalls 20 000 Euro sollten dafür ausgegeben werden. Janssen erkannte in dem Vorhaben nichts mehr als die Einlösung des "CDU-Wahlversprechens eines Bürgererlebnisparks". Ins selbe Horn stieß Thomas Rickal (WAHL). Er wunderte sich darüber, dass ein solches Vorhaben überhaupt förderfähig sein solle. Und: "Der Park läge an einer künftigen Hauptverkehrsader der Stadt – nicht gerade lauschig."

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Tatsächlich geht es bei der Ideen-Dauerbaustelle Bahnhofsareal um ein ganzes Bündel von Vorhaben. Da wäre zunächst der Rast- und Haltepunkt, auf dass der neue Radweg keine Durchfahr- oder gar Rennstrecke werde. "Ein solcher Punkt soll Leute zum Verweilen einladen", so begründete CDU-Fraktionschef Ralf Herre das Vorhaben noch einmal im Rat.

Die Verwaltung räumt ein, dass andere Möglichkeiten denkbar wären, etwa am alten Bahnhaltepunkt Isenbügel. Eines lässt den Stadtplanern die große Lösung auf dem alten Bahngelände aber besonders charmant erscheinen: Es werde bereits mit einem Investor verhandelt, der Gastronomie speziell für Ausflügler in den alten Güterbahnhof holen will. Man setzt auf das Thema "Faszination Eisenbahn". Auch, was die Gestaltung der gesamten Fläche angeht: So seien noch Teile des alten Bahnsteigs, eine Weiche und Gleisstrecken vorhanden. Die verwaltung stellte für eine der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Stadtentwicklung ein Konzept in Aussicht. Was bisher auf dem Tisch liegt, ist eher eine Ideensammlung. Ein Bauvorhaben in unmittelbarer Bahnhofs- und Radwegnähe ist bereits fest terminiert. Die Arbeiten an einer großen Auto-Waschstraße (RP berichtete) sollen nach Auskunft von Wirtschaftsförderer Peter Parnow im Sommer beginnen. Der Bau soll ebenfalls dem Anspruch genügen, sich in ein freizeitwert-orientiertes Ganzes einzufügen. Das ist zweifellos eine Herausforderung.

(RP)
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