Ratingen: Baugruppe wartet auf Vertrag

Ratingen: Baugruppe wartet auf Vertrag

Nach Fertigstellung von Rathaus und Baubetriebshof kann Feuerwache-Gelände übergeben werden. Förderzusage.

Die WIR-Baugruppe, die auf dem Gelände der ehemaligen Hauptfeuer- und Rettungswache an der Lintorfer Straße ein innovatives Wohnprojekt realisieren will, wartet aktuell auf den Vertrag mit der Stadt Ratingen. Die Stadt ist Eigentümerin des Geländes. Martin Tönnes von der WIR GbR: "Die weiteren Planungs- und Realisierungsschritte für das Wohnprojekt auf der Alten Feuerwache hängen dabei ganz maßgeblich von dem Auszug der Verwaltung aus den Gebäuden durch die Verwaltung ab."

Die Übergabe des Grundstücks der Alten Feuerwache an die WIR GbR könne aber erst mit der Fertigstellung des städtischen Baubetriebshofes an der Sandstraße erfolgen. Unter anderem sind Teile des Grünflächenamtes an der Lintorfer Straße untergebracht.

Nach der Oktober-Ratssitzung liefen die Verhandlungen mit WIR und Stadt im stillen Kämmerlein weiter. Tönnes: "Nach der sehr intensiven Beratungsphase mit dem abschließenden Beschluss des Rates der Stadt Ratingen zur Vergabe des Optionsvertrages an die WIR GbR im Oktober 2017 hat zwischenzeitlich ein zielführendes Abstimmungsgespräch mit der Verwaltung stattgefunden. Zu einigen Punkten des Optionsvertrages bestand noch Erläuterungsbedarf."

Für den alten Schlauchturm der Feuerwehr gibt es bereits Ideen: Der TV Ratingen könnte dort einen Kletterparcours einrichten. Foto: Blazy Achim

Man warte aktuell auf die Zusendung des Vertragsentwurfes durch die Stadt. Dieser sei dann durch einen Beschluss der Gesellschafterversammlung der WIR GbR noch zu bestätigen: "Danach kann die Unterzeichnung des Optionsvertrages zwischen der WIR GbR und der Stadt Ratingen erfolgen und der weitere Planungsprozess beginnen."

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Sobald der Optionsvertrag für das Grundstück rechtskräftig werde, sollen weitere Interessierte für das Mehrgenerationen-Wohnprojekt im Rahmen von aktiver Öffentlichkeitsarbeit geworben werben. "Erst ab diesem Zeitpunkt kann weiteren zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern eine verlässliche Perspektive zu dem Wohnprojekt durch die WIR GbR aufgezeigt werden", so Tönnes weiter.

Der WIR GbR liege seit Beginn des Jahres eine positive Förderzusage des Bauministeriums des Landes NRW vor. Das Land fördere eine professionelle Moderation des weiteren Planungsprozesses für das Mehrgenerationen-Wohnprojekt auf dem Standort der Alten Feuerwache mit insgesamt 12.000 Euro für das Jahr 2018. Für die Gründung einer "bewohnergetragenen Wohnungsgenossenschaft" werde eine zusätzliche Förderung durch das Land in Aussicht gestellt. Zur Umsetzung des Projektes beabsichtigt die WIR GbR die Gründung einer Wohnungsgenossenschaft. Ein entsprechender Beschluss der Gesellschafter der WIR GbR wurde bereits im August 2017 gefasst.

Ein Ausschreibungstext für die städtebauliche und architektonische Planung sei aktuell durch die Gruppe im Entwurf schon weitgehend fertiggestellt. Nach Unterzeichnung des Vertrages mit der Stadt soll dies Grundlage für die Auswahl eines Architekturbüros durch die Gruppe schaffen. "Hierzu ist beabsichtigt, dass drei Architekturbüros ihre Planungsentwürfe im Rahmen eines Beauftragungsverfahrens zur Auswahl vorstellen sollen", so Tönnes.

Unter anderem will die Gemeinschaft etwa 40 Wohnungen für alle Altersgruppen schaffen. Die Stadt will den Seniorentreff Mitte dort neu als Mehrgenerationentreff aufbauen: Die alten Räume an der Minoritenstraße sind nicht behindertengerecht und sanierungsbedürftig. Der Treff soll auch den Baugruppenmitgliedern als Veranstaltungsort dienen. Außerdem soll es Gruppen- beziehungsweise Einzelwohnungen für Bewohner mit Handicap geben. Die alte Wache wird seit dem Wegzug der Feuerwehr ins neue Gebäude am Voisweg von der Stadt genutzt.

(JoPr)