Postskriptum Diese Woche In Der Stadt: Bauen und planen im Rekordtempo

Postskriptum Diese Woche In Der Stadt: Bauen und planen im Rekordtempo

Bürger, die das politische und verwaltungstechnische Geschehen in Ratingen genau verfolgen, wissen sehr gut, dass der Spagat sehr weit gespannt ist: Auf der einen Seite ist eine ganze Liste mit Sanierungsmaßnahmen abzuarbeiten, auf der anderen Seite lassen Leuchtturm-Projekte aufhorchen. Für großes Aufsehen sorgen aktuelle Pläne, wonach auf dem Gelände des ehemaligen Hertie-Hauses ein Wohn- und Geschäftsquartier entstehen soll (die RP berichtete bereits).

Die Ideen überzeugen, der alte Hertie-Klotz verschwindet. Am Fuße der Altstadt entsteht ein neues Entree, das zum Wohnen, Einkaufen und Verweilen animieren soll. Keine Frage: Dort will die Stadt die Lebensqualität deutlich erhöhen und eine Sogwirkung für den Einzelhandel schaffen. Die direkte Verbindung zwischen dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Düsseldorfer Platz und der Fußgängerzone ist eine pfiffige Idee - im wahrsten Wortsinn der Durchbruch für diese sensible Stelle im Stadtbild.

Im ersten Quartal 2021 soll das 40 Millionen Euro teure Projekt fertiggestellt sein. Bis dahin wird es auch an anderer Stelle sichtbare Ergebnisse geben: Die Stadt hat jetzt die Vorlage zu einem Hotel-Neubau im Schwarzbach-Quartier herausgegeben. Der Investor drückt aufs Tempo. Kritiker betonen, dass das Ganze zu schnell abgewickelt wird, denn die Verkehrsinfrastruktur in Ost muss den neuen Anforderungen erst noch angepasst werden. Wie die Einzelmaßnahmen aussehen sollen, skizzierte Jochen Kral, der Technische Beigeordnete, unlängst bei einer Info-Veranstaltung der CDU Mitte. Doch viele Fragen sind noch offen. Und angesichts der stattlichen Zahl der Großprojekte ist zu befürchten, dass die Verwaltung nicht alle wichtigen Maßnahmen zeitgerecht abschließen kann.

Fakt ist: In keiner anderen Stadt des Kreises Mettmann sind die Bautätigkeiten so intensiv wie in Ratingen. Und auch in den kommenden Jahren wird man dieses Tempo halten müssen: Das Wohnprojekt auf dem Areal der alten Feuerwache ist nur ein Stichwort.

norbert.kleeberg@rheinische-post.de

(RP)